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Creepy (2016)

Kurîpî

Japanischer Psychothriller: Bei der Wiederaufwicklung eines alten Falls gerät ein Psychopathen-Experte immer tiefer in eine beängstigende und verstörende Welt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Der einstige Ermittler Takakura, hat nach einem Vorfall seinen aktiven Polizeidienst an den Nagel gehängt und arbeitet jetzt als Universitätsdozent für Kriminalpsychologie. Doch als sein früherer Kollege Nogami ihn bittet, ihm bei einem ungelösten alten Fall zu helfen, stürzt er sich schnell erneut in die Ermittlungsarbeiten. Der Fall dreht sich um eine vor sechs Jahren auf mysteriöse Weise verschwundene Familie. Mysteriös wirken auch einige die neuen Nachbarn, die Takakura und seine Frau an ihrem neuen Wohnort antreffen. Insbesondere Herr Nishino erscheint den beiden seltsam. Je weiter Takakura in seinen Ermittlungsarbeiten voranschreitet, desto ungeheuerlicher erscheint der Fall. Zugleich fühlen die Takuras sich in ihrer neuen Umgebung immer unwohler...

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Der auf der Berlinale 2016 in der Sektion Special Gala gezeigte japanische Psychothriller "Creepy" von Kiyoshi Kurosawas basiert auf einem preisgekrönten Mystery-Roman von Yutaka Maekawa. Der Film beginnt als ein recht klassischer Thriller um ein ungeklärtes Verbrechen. Eine erste kleine Merkwürdigkeit des Falls besteht allerdings darin, dass noch gar nicht geklärt werden konnte, ob hier überhaupt tatsächlich ein Verbrechen vorliegt. Der Protagonist Takakura ist ein scharf analysierender Verstandesmensch, dem man sofort seine neue Rolle als Hochschuldozent abnimmt. Zusammen mit ihm taucht der Zuschauer immer tiefer in eine Welt, die zusehends bedrohlicher wirkt und die sich immer mehr jedem rationalen Verständnis zu entziehen scheint.

Es ist diese sich immer stärker verstärkende schwer definierbare Atmosphäre eines allgemeinen Unbehagens, welche den Filmtitel "Creepy" als nur zu passend erscheinen lässt. An und für sich schlichte Details, wie der wiederholte Blick auf die im Winde rauschenden Blätter eines Grundstücks, von deren Bewohnern man nicht so recht weiß, was man von ihnen halten soll, erscheinen hier wie die sichtbaren Zeichen eines umfassenderen, schwer greifbaren Mysteriums. Auf geradezu meisterhafte Weise bildet sich hier ein eigener mysteriöser Mikrokosmos heran, von dem man bald nicht mehr sagen kann, ob das Geschehen noch ganz von dieser Welt ist oder ob hier bereits übersinnliche Gefilde betreten werden. Und wenn gegen Ende hin zusehends Licht in diese Finsternis kommt, so birgt das hierbei sichtbar Werdende nur ein erhöhtes Verstörungspotential.

Fazit: Schon seit einigen Jahren erscheint das lange Zeit wegweisende japanische Genrekino in wenig fantasievoller Formelhaftigkeit gefangen. "Creepy" ist jedoch ein Thriller, von dem man höchstwahrscheinlich noch länger reden wird.




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Jahr: 2016
Genre: Thriller
Regie: Kiyoshi Kurosawa
Darsteller: Hidetoshi Nishijima als Takakura, Yûko Takeuchi als Yasuko, Teruyuki Kagawa als Nishino

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