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Kritik: Creepy (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der auf der Berlinale 2016 in der Sektion Special Gala gezeigte japanische Psychothriller "Creepy" von Kiyoshi Kurosawas basiert auf einem preisgekrönten Mystery-Roman von Yutaka Maekawa. Der Film beginnt als ein recht klassischer Thriller um ein ungeklärtes Verbrechen. Eine erste kleine Merkwürdigkeit des Falls besteht allerdings darin, dass noch gar nicht geklärt werden konnte, ob hier überhaupt tatsächlich ein Verbrechen vorliegt. Der Protagonist Takakura ist ein scharf analysierender Verstandesmensch, dem man sofort seine neue Rolle als Hochschuldozent abnimmt. Zusammen mit ihm taucht der Zuschauer immer tiefer in eine Welt, die zusehends bedrohlicher wirkt und die sich immer mehr jedem rationalen Verständnis zu entziehen scheint.

Es ist diese sich immer stärker verstärkende schwer definierbare Atmosphäre eines allgemeinen Unbehagens, welche den Filmtitel "Creepy" als nur zu passend erscheinen lässt. An und für sich schlichte Details, wie der wiederholte Blick auf die im Winde rauschenden Blätter eines Grundstücks, von deren Bewohnern man nicht so recht weiß, was man von ihnen halten soll, erscheinen hier wie die sichtbaren Zeichen eines umfassenderen, schwer greifbaren Mysteriums. Auf geradezu meisterhafte Weise bildet sich hier ein eigener mysteriöser Mikrokosmos heran, von dem man bald nicht mehr sagen kann, ob das Geschehen noch ganz von dieser Welt ist oder ob hier bereits übersinnliche Gefilde betreten werden. Und wenn gegen Ende hin zusehends Licht in diese Finsternis kommt, so birgt das hierbei sichtbar Werdende nur ein erhöhtes Verstörungspotential.

Fazit: Schon seit einigen Jahren erscheint das lange Zeit wegweisende japanische Genrekino in wenig fantasievoller Formelhaftigkeit gefangen. "Creepy" ist jedoch ein Thriller, von dem man höchstwahrscheinlich noch länger reden wird.




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