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Chang Jiang Tu
Chang Jiang Tu
© Yang Chao

Kritik: Chang Jiang Tu (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Zehn Jahre lang hat Regisseur und Drehbuchautor Yang Chao benötigt, um seine Idee eines Films zu verwirklichen, der das Wesen des Fluss Yangtse mit Poesie zu beschreiben versucht. Einst brachte der Chinese sein Drehbuch zu einem Workshop in Cannes, bis er als 41-Jähriger seinen elegischen, traumgleichen Streifen verwirklichen konnte.

Fairer Weise sollte vorausgeschickt werden, dass vieles, was hier geäußert und gezeigt wird, die endlose Ketten von Assoziationen, aus einem anderen Kulturkreis stammt und daher zu hoch sein mag für europäische Augen. Doch da man nicht aus seinen Schuhen schlüpfen kann, bleibt für den Moment nur die Sichtweise eines langsamen, wie der Fluss mäandernden Dramas, dessen Bilder erst angesichts des Drei-Schluchten-Damms und des oberen Laufes des Yangtse so beeindruckend werden, dass sich das Schauen wirklich lohnt.

Nicht dass es nicht schon zuvor durch den international bekannt taiwanesischen Kameramann Ping Bin Lee die ein oder andere beeindruckende Einstellung oder Komposition gegeben hätte, aber für einen zweistündigen Film, der keine stringente Handlung bietet, sondern eher wie ein fillmisches Gedicht wirken möchte, mystisch und geheimnisvoll, gibt es wenige Szenen, die wirklich im Gedächtnis haften bleiben.

Das Unerklärte bleibt unerklärlich, es wird aber auch nicht deutlich, was eigentlich erklärt werden soll. Das Leben als langer, ruhiger Fluss? Die wahre Liebe im Leben, die es nur einmal geben kann? Die Macht der Poesie? Das Befreien von Weltlichkeit auf der Suche nach Spiritualität? Alles möglich, aber dann auch alles gleich belanglos. Wenn dieser Film ein Gedicht sein soll, dann sollte daran erinnert werden, dass Gedichte selten lang sind und es schon eines guten Grundes bedarf, es derartig zäh in die Länge zu ziehen.

Fazit: Ein langatmiges und unergründliches Drama, das wie der im Fluss befahrene Yangtse vor sich hin mäandert und außer einigen spektakulären Aufnahmen des Flusses wenig zu bieten hat. Der spirituell-intellektuelle Aspekt mag sich eher asiatischen Zuschauern erschließen.




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