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Office Christmas Party
Office Christmas Party
© Constantin Film

Kritik: Office Christmas Party (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Weihnachten ist nicht nur die Zeit besinnlicher Familienkomödie. Auch brachiale Humor-Streifen tummeln sich im Winter regelmäßig in den Kinos. Dieses Jahr erwärmen mit dem Sequel zu "Bad Santa" und "Office Christmas Party" gleich zwei Hollywood-Filme unser Herz, wobei schon die hiesige Pressearbeit für beide Werke auf ihre eher spärlichen Qualitäten schließen ließ. Im ersten Fall verzichtete der Verleiher Universum gleich ganz auf die sonst üblichen Vorabpräsentationen für Journalisten, während die Firma Constantin die Vorführungen ihrer Produktion wenige Tage vor Kinostart im abendlichen Umfeld ansiedelte. Nicht selten ein untrügliches Zeichen für die Angst vor schlechten Kritiken. Als Vollkatastrophe entpuppt sich "Office Christmas Party" zwar nicht. Unter dem Strich wirkt die willkürlich zusammengeschusterte Feiersause aber wie "Hangover" für Arme.

Dass einem dieser Vergleich sofort in den Sinn kommt, muss keineswegs verwundern. Immerhin finden sich in den Credits die Namen der Humorexperten Jon Lucas und Scott Moore, die das Drehbuch zum herrlich abgedrehten Las-Vegas-Hit von 2009 verfassten. Dieses Mal treten die beiden allerdings "nur" als Schöpfer der Story in Erscheinung, die die eingespielten Regisseure Josh Gordon und Will Speck ("Umständlich verliebt", "Die Eisprinzen") gemeinsam mit den Autoren Justin Malen, Laura Solon und Dan Mazer zur Filmreife ausarbeiteten. Ein goldenes Händchen beweisen die Macher dabei leider nicht, auch wenn das Bemühen um eine anarchisch-mitreißende Partystimmung spürbar ist.

Bis die im Titel angekündigte Bürofeier ihren Anfang nimmt, vergeht einige Zeit mit müdem Vorgeplänkel, das ohne starke Gags auskommen muss. Zenotek-Filialchef Clay (T. J. Miller) und sein technischer Leiter Josh (Jason Bateman) werden als Gegensatzpaar – hier der infantile Vorgesetzte, dort der verantwortungsbewusste Mitarbeiter – eingeführt und hecken nach dem Auftauchen von Clays Schwester Carol (Jennifer Aniston) einen wagemutigen Plan aus, um die Schließung ihrer Zweigstelle zu verhindern: Auf einem spektakulären firmeninternen Weihnachtsfest soll der potenzielle Kunde Walter Davis (Courtney B. Vance) von der positiven Unternehmenskultur überzeugt werden und im Anschluss einen überlebenswichtigen Deal absegnen.

Verhaltene Kritik am Profitstreben großer Konzerne blitzt anfangs auf. Und im Presseheft ist sogar davon die Rede, dass "Office Christmas Party" das Klassensystem auseinandernehmen würde. Tatsächlich interessiert sich die weihnachtliche Komödie aber herzlich wenig für soziale oder wirtschaftliche Diskussionen und eifert stattdessen ihrem Vorbild "Hangover" nach. Mit dem Beginn der Feierlichkeiten zaubern Gordon und Speck diverse Absurditäten und Eskapaden aus dem Hut, landen dabei allerdings nur selten echte Treffer. Ein paar ordentliche Slapstick-Einlagen und etwas Genitalhumor reichen schlichtweg nicht aus, um für anhaltende Lachsalven zu sorgen. Viele Provokationen wirken kalkuliert. Und spätestens zum Ende hin erweist sich die in unterschiedliche Richtungen ausfasernde Handlung als planloses Sammelsurium, dem auch einige Actionmomente nicht ausreichend Pep verleihen können.

Jason Bateman gefällt in der Rolle des sympathischen Normalos, während Jennifer Aniston nicht zum ersten Mal mit großer Überzeugung ein schlagfertiges Biest verkörpert. Wie alle anderen Darsteller sind die beiden jedoch an ein Skript gefesselt, das einen "Hangover"-Sog erzeugen möchte, dafür aber nicht genügend originelle und wirklich witzige Ideen hat.

Fazit: Für ein gelegentliches Schmunzeln reicht’s. Wer allerdings herzhaft lachen will, sollte die frivole Weihnachtskomödie "Office Christmas Party" besser meiden.





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