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Don't breathe
Don't breathe
© Sony Pictures

Kritik: Don't Breathe (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Als Regisseur und Drehbuchautor von "Evil Dead", einem Remake des Klassikers "Tanz der Teufel" (1981), konnte sich der uruguayische Filmemacher Fede Alvarez 2013 einen Namen machen. Mit seinem zweiten Kinofilm "Don't Breathe" knüpft Alvarez nun einerseits an seinen gelungenen Erstling an und beschreitet doch zugleich neue Wege.

Wie schon "Evil Dead" wurde auch "Don't Beathe" von Sam Raimi ("Tanz der Teufel", "Drag Me to Hell") produziert und von Alvarez in Zusammenarbeit mit Rodo Sayagues geschrieben. Und selbstverständlich erzählt der Filmemacher wieder eine Geschichte, die sich dem Horrorgenre zuordnen lässt und vor drastischen Gewaltdarstellungen sowie plakativen Schockeffekten nicht zurückschreckt. Und dennoch macht Alavarez mit "Don't Breathe" einiges anders und manches besser als noch in seinem Debüt.

Da ist zum einen die Story, die sich frisch anfühlt und mit dem blinden Widersacher einen originellen Twist bietet, der die Grundidee des Klassikers "Warte, bis es dunkel ist" (1967), den Überlebenskampf in vollkommener Finsternis, auf faszinierende Weise verdreht. Wer Opfer und Täter ist, lässt sich hier nicht auf den ersten Blick eindeutig sagen und die moralisch allesamt nicht ganz tadellosen Figuren erweisen sich als angenehm komplex. Vor allem Jane Levy, die schon in "Evil Dead" mit von der Partie war, kann hier erneut eindrucksvoll ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Der Verzicht auf übersinnlichen Spuk sowie die Einbettung in einen konkreten sozialen Kontext erdet "Don't Breathe" zudem und verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe. Passend hierzu werden die typischen Horrorelemente wie Jump-Scares stark heruntergefahren und der Film nähert sich mehr dem Thriller-Genre zu. Wer nicht allzu zartbesaitet ist, wird mit dem von Alvarez gekonnt inszenierten Horrorthriller also sicherlich seinen Spaß haben und kann einen der nervenaufreibendsten Filme des Jahres erleben.

Fazit: Nach dem Remake von "Evil Dead" beweist der Regisseur und Drehbuchautor Fede Alvarez, wozu er fähig ist und dass er aus den Fehlern seines Kinodebüts gelernt hat. "Don't Breathe" bietet nervenaufreibende, gekonnt inszenierte Unterhaltung, die mehr zu bieten hat als bloß drastische Schockeffekte. Starke Darsteller, relativ komplexe Figuren sowie eine wohltuende Neigung zum Thriller lassen kaum einen Wunsch offen.




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