VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Predator - Upgrade (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

1987 schuf John McTiernan mit dem ersten Teil der Kult-Reihe einen modernen Klassiker des Action-Kinos. Zwei Fortsetzungen und zwei Spin-Off-Filme ("Alien vs. Predator") später, verschafft Regisseur Shane Black dem Franchise eine Frischzellenkur. Black wirkte damals als Nebendarsteller im ersten Film mit und machte sich im gleichen Jahr einen Namen als Drehbuchautor, als er das Skript zur Buddy-Komödie "Letahl Weapon" lieferte. In den folgenden Jahren verfasste er Skripts zu gefeierten Actionfilmen wie "Last Boy Scout" (1991) oder "Last Action Hero" (1993). Seit 2005 ist Black auch als Regisseur tätig. Er und sein Team drehten "Predator: Upgrade" ab Februar 2017 im kanadischen Vancouver.

Gleich vorweg: Fans der kultigen Kreatur aus dem All werden den Film schätzen, nicht zuletzt, weil sich "Predator: Upgrade" quasi beständig vor den achtziger Jahren verneigt. Aber auch weil das mit reichlich politisch unkorrektem Humor ausgestattete Werk die Action- und Gore-Schraube gehörig anzieht. So vergeht nur wenig Zeit, bis der Predator mit seiner Trophäenjagd beginnt und auf der Leinwand erstmals Gedärme aus einem menschlichen Körper quillen. Hier und da übertreibt es Black mit seinem Hang zu ausufernden Ekel-Effekten und den Over-the-top-Splatter-Einlagen ein wenig. Die Hardcore-Fans der Reihe wird das nicht stören, alle anderen Zuschauer sollten in jedem Fall hart im Nehmen sein.

Zum Thema Achtzige Jahre-Huldigung und -Reminiszenzen: Zu fast jeder Zeit atmet der Film den Geist von Klassikern der Dekade. Ob "E.T." (die US-Kleinstadt), "Ghostbusters" (die Effekte), "Aliens" (das Macho-Gehabe und die derben Sprüche der Kriegsveteranen), "Phantom: Kommando" (die Action) oder eben der erste "Predator" (das Dezimieren der Söldnertruppe). Zudem werden Erinnerungen an die von Netflix produzierte Achtziger-Sci-Fi-Serie "Stranger Things" unter anderem durch die örtliche High School in der beschaulichen Kleinstadt wach. Gut ist außerdem, dass Black seinem "Upgrade" einen extrem hohen Humor-Anteil einverleibt. Am schrägsten und witzigsten kommen der äußerst rustikale Umgang der Soldaten untereinander sowie deren deftige Zoten und Sprüche daher.

Nicht ganz mithalten können die übrigen Dialoge im Film, bei denen sich eine Floskel an den nächsten, inhaltsleeren Allgemeinplatz reiht (Beispiel: "Vielleicht gehen wir drauf, aber noch sind wir da"). Schade ist weiterhin, dass den Predatoren insgesamt zu wenig Leinwandzeit zugestanden wird. Man hätte sich noch mehr Szenen mit den unfassbar hässlichen Monstern gewünscht, die von Black ein wenig vernachlässigt werden.

Fazit: Höllisch unterhaltsamer, enorm Action-reicher Trip zurück in die Achtziger, dessen hoher Splatter-Anteil zarte Gemüter verschrecken könnte. Ausgestattet mit viel Witz, derb-infantilen Sprüchen und etlichen Verweisen auf Filmklassiker des goldenen Action- und Sci-Fi-Jahrzehnts, enttäuscht der Film jedoch bei den Dialogen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.