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Die Reise mit Vater
Die Reise mit Vater
© Movienet © 24 Bilder

Kritik: Die Reise mit Vater (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Beruhend auf ihrer eigenen Familiengeschichte erzählt die seit 1990 in Deutschland lebende Filmemacherin Anca Miruna Lăzărescu die spannende Geschichte einer ungeplanten Flucht. Durchaus detailverliebt und mit Bemühen um historische Genauigkeit schildert die Regisseurin in "Die Reise mit Vater" dabei die damaligen Verhältnisse in ihrer rumänischen Heimat unter dem Diktator Ceaușescu, die angespannte Lage an den Grenzen der DDR sowie die Naivität der Linken im Westen.

Es sind also ernste Themen, die hier behandelt werden, und trotzdem ist Lăzărescu ein leichter und zutiefst humorvoller Film gelungen. Anders als Komödie lassen sich die Absurditäten, denen sich die Helden immer wieder ausgesetzte sehen, wohl auch kaum begreifen, zudem macht der Witz das Unerträgliche ja oft erst aushaltbar.

Schade ist dabei allerdings, dass die Ziele des treffenden Spotts hier meist ein wenig einfallslos gewählt werden und "Die Reise mit Vater" allzu schematisch geraten ist. Neben vorhersehbaren Pointen erweist sich die melancholische Komödie vor allem bei der Figurenzeichnung als holprige Angelegenheit: Eine Münchener Sozialistin wirkt etwa wie aus der Zeit gefallen und ist zu leicht als Gedankenkonstrukt unserer Zeit erkenntlich, während die Brüder Miahi und Emil zwar im starken Kontrast zueinander stehen, sonst allerdings recht blasse Hauptfiguren bleiben.

So sind es in erster Linie die guten Ansätze, die "Die Reise mit Vater" mit Einschränkungen empfehlenswert machen und das Erstlingswerk für sich einnehmen können. Der mangelnde Feinschliff kommt dem Vergnügen jedoch ein ums andere Mal in die Quere.

Fazit: Anca Miruna Lăzărescu Kinodebüt ist eine leichtfüßige, mitunter melancholische Komödie um eine ungeplante Flucht in den Westen. Während die Geschichte durchaus spannend erzählt wird und der Film voller guter Ansätze steckt, so fehlt der Ausführung doch der Feinschliff. Vorhersehbare Pointen sowie blasse und unglaubwürdige Figuren machen "Die Reise mit Vater" nur bedingt empfehlenswert.




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