oder

Goodbye Christopher Robin (2017)

Das Drama schildert die Beziehung des "Pu der Bär"-Autors A.A. Milne zu seinem Sohn.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Der junge Schriftsteller Alan A. Milne (Domhnall Gleeson) findet sich nach dem Ersten Weltkrieg im Trubel Londons nicht mehr zurecht. Er ist von der Front mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zurückgekehrt. Seine lebenslustige Frau Daphne (Margot Robbie) möchte nicht gerne aufs Land ziehen, aber damit ihr Mann in Ruhe arbeiten kann, folgt sie ihm mit dem gemeinsamen Sohn Christopher Robin (Will Tilston) in das ruhige Landhaus in East Sussex. Der Junge ist viel mit seiner geliebten Nanny Olive (Kelly Macdonald) allein. Die Mutter kümmert sich kaum um ihn und zieht sogar zwischendurch zurück nach London, weil sie die Londoner Partys vermisst. Der Vater darf nicht gestört werden, wenn er wie üblich an seinem Schreibtisch sitzt.

Doch dann denken sich Vater und Sohn phantasievolle Spiele im Wald aus, bei denen Christopher Robins Stofftiere, vor allem Pu der Bär, Abenteuer erleben. Alan Milne schreibt die Geschichten auf. So entsteht ein Kinderbuch, das bald schon das beliebteste auf der Welt werden soll. Die Familie wird von Presseanfragen förmlich überrannt, und Christopher Robin absolviert einen öffentlichen Termin nach dem anderen. Er reagiert zunehmend enttäuscht, dass sein Vater die gemeinsamen Spiele praktisch an die Öffentlichkeit verraten hat.

Bildergalerie zum Film

Goodbye Christopher RobinGoodbye Christopher RobinGoodbye Christopher RobinGoodbye Christopher RobinGoodbye Christopher RobinGoodbye Christopher Robin


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Der Name des englischen Schriftstellers Alan A. Milne ist für immer mit seiner berühmtesten Buchfigur, einem Teddybären, verbunden. Das 1926 erschienene Kinderbuch "Pu der Bär" und sein zwei Jahre später veröffentlichter Nachfolger "Pu baut ein Haus" begeisterten über viele Generationen hinweg Kinder auf der ganzen Welt. Die Geschichten spiegelten eine heile Welt, nach denen sich die Gesellschaft nach dem Ersten Weltkrieg sehnte. Aber die Beziehung des Schriftstellers zu seinem Sohn Christopher Robin, der in den Büchern ebenfalls vorkam, war bei weitem nicht so idyllisch, wie die Geschichten glauben lassen. Der Spielfilm des britischen Regisseurs Simon Curtis ("Die Frau in Gold") spürt in der Form eines epischen Dramas einer durchwachsenen Kindheit nach.

Die schöne, gefühlvolle Inszenierung profitiert von den hervorragenden Schauspielern. Der Newcomer Will Tilston erobert als neunjähriger Christopher Robin mühelos die Herzen der Zuschauer mit seiner altklugen Sprache und der Begeisterungsfähigkeit, die in seinen Augen aufblitzt. Christopher Robin hängt sehr an seinem Kindermädchen und ist es gewöhnt, dass ihm seine Eltern ihre Aufmerksamkeit nur sporadisch widmen. Er hat ein feines Gespür für die Stimmungswechsel und Angstattacken seines Vaters, den Domhnall Gleeson sehr britisch – distanziert und ironiebegabt – spielt. Margot Robbie beeindruckt in der Rolle der Society-Lady Daphne, die sich mit ihrem Kind nur zum eigenen Vergnügen befasst. Die Haltung der Eltern war für die Zeit nicht ungewöhnlich, aber der Film erkennt in ihr sehr überzeugend die Ursache für das labile Selbstwertgefühl des Sohnes.

Die glückliche Wendung, die die Vater-Sohn-Beziehung mit den phantasievollen Teddybär-Geschichten nimmt, dauert nur kurz. Denn auf sie folgt die gnadenlose Kommerzialisierung des Privatlebens der Familie. Der Junge zweifelt erneut an den Gefühlen seines Vaters für ihn. Diese Unterteilung der Geschichte in verschiedene Etappen verleiht dem Film einen dramatischen Spannungsbogen. Über der zart ausgemalten, kindlichen Phantasiewelt liegt oft eine bittersüße Traurigkeit. Der sanfte Zauber des sommerlichen Lichts auf dem Land und die nostalgische Wiederbelebung der zwanziger Jahre fügen sich gut in den Gesamteindruck eines bewegenden, gemütvollen Dramas.

Fazit: Der bewegende Spielfilm des Regisseurs Simon Curtis erzählt die Entstehungsgeschichte der unsterblichen Kinderbuchfigur Pu der Bär. Er schildert mit psychologischem Feingefühl die schwierige Beziehung des Schriftstellers A.A. Milne zu seinem Sohn Christopher Robin, welcher in seiner Kindheit sowohl Einsamkeit als auch öffentliche Vereinnahmung erlebte. Das stilvoll inszenierte Drama verdankt seine emotionale Tiefe nicht zuletzt den überzeugenden schauspielerischen Leistungen von Domhnall Gleeson, Margot Robbie und Will Tilston.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Goodbye Christopher Robin

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Großbritannien
Jahr: 2017
Genre: Kinderfilm
Länge: 107 Minuten
Kinostart: 07.06.2018
Regie: Simon Curtis
Darsteller: Vicki Pepperdine als Betty, Margot Robbie als Daphne Milne, Domhnall Gleeson als Alan Milne
Verleih: 20th Century Fox

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen

Jurassic World 2: Das gefallene Königreich
News
Deutsche Filmstarts: Die Dinos röhren wieder
"Goodbye Christoper Robin" erzählt die Entstehung von Winnie Pooh




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.