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Goodbye Christopher Robin
Goodbye Christopher Robin
© 20th Century Fox

Kritik: Goodbye Christopher Robin (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Name des englischen Schriftstellers Alan A. Milne ist für immer mit seiner berühmtesten Buchfigur, einem Teddybären, verbunden. Das 1926 erschienene Kinderbuch "Pu der Bär" und sein zwei Jahre später veröffentlichter Nachfolger "Pu baut ein Haus" begeisterten über viele Generationen hinweg Kinder auf der ganzen Welt. Die Geschichten spiegelten eine heile Welt, nach denen sich die Gesellschaft nach dem Ersten Weltkrieg sehnte. Aber die Beziehung des Schriftstellers zu seinem Sohn Christopher Robin, der in den Büchern ebenfalls vorkam, war bei weitem nicht so idyllisch, wie die Geschichten glauben lassen. Der Spielfilm des britischen Regisseurs Simon Curtis ("Die Frau in Gold") spürt in der Form eines epischen Dramas einer durchwachsenen Kindheit nach.

Die schöne, gefühlvolle Inszenierung profitiert von den hervorragenden Schauspielern. Der Newcomer Will Tilston erobert als neunjähriger Christopher Robin mühelos die Herzen der Zuschauer mit seiner altklugen Sprache und der Begeisterungsfähigkeit, die in seinen Augen aufblitzt. Christopher Robin hängt sehr an seinem Kindermädchen und ist es gewöhnt, dass ihm seine Eltern ihre Aufmerksamkeit nur sporadisch widmen. Er hat ein feines Gespür für die Stimmungswechsel und Angstattacken seines Vaters, den Domhnall Gleeson sehr britisch – distanziert und ironiebegabt – spielt. Margot Robbie beeindruckt in der Rolle der Society-Lady Daphne, die sich mit ihrem Kind nur zum eigenen Vergnügen befasst. Die Haltung der Eltern war für die Zeit nicht ungewöhnlich, aber der Film erkennt in ihr sehr überzeugend die Ursache für das labile Selbstwertgefühl des Sohnes.

Die glückliche Wendung, die die Vater-Sohn-Beziehung mit den phantasievollen Teddybär-Geschichten nimmt, dauert nur kurz. Denn auf sie folgt die gnadenlose Kommerzialisierung des Privatlebens der Familie. Der Junge zweifelt erneut an den Gefühlen seines Vaters für ihn. Diese Unterteilung der Geschichte in verschiedene Etappen verleiht dem Film einen dramatischen Spannungsbogen. Über der zart ausgemalten, kindlichen Phantasiewelt liegt oft eine bittersüße Traurigkeit. Der sanfte Zauber des sommerlichen Lichts auf dem Land und die nostalgische Wiederbelebung der zwanziger Jahre fügen sich gut in den Gesamteindruck eines bewegenden, gemütvollen Dramas.

Fazit: Der bewegende Spielfilm des Regisseurs Simon Curtis erzählt die Entstehungsgeschichte der unsterblichen Kinderbuchfigur Pu der Bär. Er schildert mit psychologischem Feingefühl die schwierige Beziehung des Schriftstellers A.A. Milne zu seinem Sohn Christopher Robin, welcher in seiner Kindheit sowohl Einsamkeit als auch öffentliche Vereinnahmung erlebte. Das stilvoll inszenierte Drama verdankt seine emotionale Tiefe nicht zuletzt den überzeugenden schauspielerischen Leistungen von Domhnall Gleeson, Margot Robbie und Will Tilston.




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