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Feuerwehrmann Sam - Achtung Ausserirdische!
Feuerwehrmann Sam - Achtung Ausserirdische!
© 24 Bilder © Just Bridge Entertainment

Kritik: Feuerwehrmann Sam - Achtung Ausserirdische! (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Schon seit 1987 flimmert die Fernsehserie "Feuerwehrmann Sam", eine walisische Produktion, über die TV-Schirme Großbritanniens. Auf mittlerweile zehn Staffeln kommt sie seitdem und vor allem in den letzten zehn Jahren wurde sie in dutzende Länder auf der ganzen Welt verkauft. Das Erfolgsrezept des – von zwei ehemaligen Feuerwehrleuten erdachten – Formats: auf spielerische, kindlich-niedliche Art den jungen Zuschauern die wichtigen Grundwerte des Lebens vermitteln, auf die Gefahren von Feuer verweisen und Kindern den Beruf des Feuerwehrmanns näher bringen. Setzte man zu Beginn noch auf Stop-Motion-Technik, bedienen sich die Macher in der Zwischenzeit CGI-Animationen, um die Geschichten von Feuerwehrmann Sam, zu erzählen. Für ihn ist es der zweite Kino-Einsatz. Der erste Film, "Helden im Einsatz", lockte 2016 bei uns 200.000 Zuschauer in die Kinos.

Die Macher des zweiten Kinofilms über den hilfsbereiten, liebenswürdigen Feuerwehrmann gaben sich redlich Mühe, keine 1:1-Kopie bzw. keinen billigen Aufguss des Erstlings, abzuliefern – was zu weiten Teilen auch gelingt. Einige neue, witzige Nebenfiguren, wie etwa Alien-Forscher und TV-Moderator Buck Douglas, werden eingeführt und bevölkern nun ebenso das beschauliche walisische Küstenstädtchen wie alte Bekannte aus dem Kino-Debüt und der Serie. Wie es seit jeher das Format ausmacht, stehen auch in "Achtung Außerirdische" die Botschaften, die den Kindern vermittelt werden sollen, im Zentrum.

Die wichtigsten diesmal: in Zeiten von Aufruhr und Hysterie Ruhe bewahren, nicht jedes Gerücht glauben und Verschwörungstheorien kritisch hinterfragen. Diese Botschaften sind wichtig und werden wie gewohnt mit Hilfe einfacher (evtl. zu einfacher?) und etwas antiquiert wirkender Animation umgesetzt. Die Frage ist nur, ob die Kleinsten der Kleinen auch jede Botschaft genau so verstehen, denn für genau jene ist der Film wieder gemacht: die Drei- bis Sechsjährigen, die vor allem auch schon vertraut sind mit Optik und Tonalität der Serie sowie des ersten Kinofilms. Für all jene bietet "Achtung Außerirdische" solide Kinderfilm-Unterhaltung mit essentieller, gewohnt pädagogisch wertvoller Message, die sich qualitativ nicht vor dem Debüt verstecken muss.

Dazu sorgen Regisseur Gary Andrews und sein Team für viele spannende Situationen und rasante Rettungseinsätze, bei denen sowohl Autos als auch Boote und Hubschrauber zum Einsatz kommen. Diese zeugen von Dynamik sowie Einfallsreichtum. Langeweile kommt bei den jungen Zuschauern so garantiert nicht auf. Wer jedoch mit der – im Vergleich zu den großen Pixar- und Dreamworks-Blockbustern – alles andere als spektakulären, wenig prachtvollen Visualität nicht vertraut ist, wird sich mit Feuerwehrmann Sam und seiner sympathischen Welt, vermutlich etwas schwerer tun. Denn gerade auch die Grundschulkinder der ersten beiden Klassen sind heutzutage bereits die Zielgruppe inhaltlich vielschichtiger, kunterbunter und technisch brillant umgesetzter Animations-Popcornmovies wie "Die Croods", "Merida" oder "Sing". Und damit auf der großen Leinwand eben auch anderes gewohnt.

Fazit: Inhaltlich wie auch inszenatorisch kurzweiliger, unterhaltsamer 60-Minuten-Animationsspaß für die ganz Kleinen. Die wichtigen, spielerisch und sympathisch vermittelten Ideen und Botschaften, machen den Film pädagogisch wertvoll – trotz der ein wenig antiquiert wirkenden, nicht mehr zeitgemäßen visuellen Umsetzung.




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