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Kritik: Borg McEnroe (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Every match is a life in miniature." Dieser Spruch des populären Ex-Tennisspielers Andre Agassi ist dem Werk "Borg McEnroe – Duell zweier Gladiatoren" vorangestellt. Und tatsächlich gelingt es dem Dänen Janus Metz in seinem Spielfilmdebüt als Regisseur, dem Aufeinandertreffen von Björn Borg und John McEnroe im Herreneinzel-Finale der Wimbledon Championships 1980 die ganze Spannung und Dramatik abzugewinnen, die ein sportlicher Wettkampf als Mikrokosmos bietet.

In Zusammenarbeit mit seinem begabten Kameramann Niels Thastum ("When Animals Dream") und zur Vollendung gebracht durch die kongeniale Montage von Per K. Kirkegaard und Per Sandholt erzeugt Metz in den Tennis-Passagen eine erstaunliche Dynamik, die weit entfernt ist von dem, was man von Fernsehübertragungen kennt. Mit Detailaufnahmen, interessanten Perspektiven und einem reizvollen Sound Design sorgt "Borg McEnroe" für gute Kinounterhaltung, einzig die Musik ist gelegentlich um eine Spur zu wuchtig geraten. Abseits des Tennisfeldes kann der Film ebenso weitgehend überzeugen. Das Drehbuch von Ronnie Sandahl ist nicht frei von Klischees und von allzu gängigen Standardsituationen; die beiden titelgebenden Protagonisten werden als extreme Gegensätze in ihrem Habitus in Szene gesetzt, um in Rückblenden dann allmählich doch Gemeinsamkeiten zu entdecken. Dabei liegt der Fokus deutlich auf Borg: Wie sich zeigt, war der 24-Jährige einst ebenso rastlos und unbeherrscht, wie es sein Rivale McEnroe immer noch ist. Er musste lernen, seine Emotionen zu unterdrücken, um zu dem kühl wirkenden, umjubelten Tennis-Star zu werden.

Sverrir Gudnason, der eine verblüffende Ähnlichkeit mit seinem realen Vorbild hat, verkörpert diesen introvertierten Mann äußerst glaubwürdig. Auch die Jugend-Szenen, in denen Borgs echter Sohn Leo seinen Vater in jungen Jahren voller Zorn und Furor spielt, verfügen über die nötige Intensität. Mit Shia LaBeouf ("Transformers", "American Honey") wurde zudem eine ausgesprochen adäquate Besetzung für den skandalumwitterten, aufbrausenden McEnroe gefunden. Diese Casting-Entscheidungen tragen letztlich dazu bei, "Borg McEnroe" über den Biopic-Durchschnitt hinauszuheben.

Fazit: Ein energisch und einfallsreich gestalteter Sportfilm, der trotz konventioneller Dramaturgie spannend ist – nicht zuletzt dank eines cleveren Castings.





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