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The Bye Bye Man
The Bye Bye Man
© Paramount Pictures Germany

Kritik: The Bye Bye Man (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Das Dark-Fantasy-Werk "The Bye Bye Man" von Stacy Title, dessen Drehbuch von Jonathan Penner geschrieben wurde, basiert lose auf der Kurzgeschichte "The Bridge to Body Island" von Robert Damon Schneck, welche sich wiederum mit einer urbanen Legende befasst. In seinen besten Momenten lässt der Genre-Beitrag an die "Nightmare on Elm Street"-Reihe denken: Der von Doug Jones verkörperte Bye Bye Man ist sowohl in seiner äußeren Erscheinung als auch in seinen bedrohlichen Fähigkeiten fraglos ein reizvoller Horrorfilm-Antagonist in der Tradition von Freddy Krueger (wohingegen der computergenerierte Höllenhund, der gelegentlich an der Seite des Bye Bye Man auftaucht, allzu trashig daherkommt). Im schwarzen Kapuzengewand und mit fiesen Krallen treibt der bleiche Mann ein böses Spiel mit der Wahrnehmung seiner Opfer, die – nachdem sie seinen Namen erfahren haben und diesen aussprechen oder auch nur an ihn denken – alles, was sie hören und sehen, anzweifeln müssen. Diese Prämisse hat Potenzial; hinzu kommt eine gelungene Kameraarbeit und ein gekonnter Musikeinsatz.

Das Skript schöpft die Möglichkeiten des Bye Bye Man allerdings bei Weitem nicht aus. Der in der literarischen Vorlage näher ausgeführte Background des titelgebenden Gegners bleibt in der filmischen Adaption seltsam diffus; vieles wirkt im Laufe der Handlung unausgegoren. Die Wahnvorstellungen des zentralen Figuren-Trios werden entweder für müde Schocks oder für einen kaum interessanten Dreieckskonflikt genutzt. Zudem verhalten sich Elliot, Sasha und John oft wenig plausibel, wodurch ein emotionaler Mitvollzug für uns als Zuschauer_innen erheblich erschwert wird.

Douglas Smith ("Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen") verleiht dem Protagonisten Elliot indes durchaus etwas Sympathisches; glänzen kann er vor allem in der Interaktion mit zwei versierten Kolleginnen: Die New-Hollywood-Ikone Faye Dunaway ("Bonnie und Clyde", "Chinatown") hat einen kurzen Auftritt als Mahnerin; Carrie-Anne Moss ("Matrix") ist als Gesetzeshüterin zu sehen, die Elliot zu den Vorkommnissen befragt. Insbesondere in der Verhörsequenz, in welcher Elliot die Polizistin eindringlich davor warnt, Nachforschungen anzustellen und sich sowie ihr Umfeld damit ebenfalls in Lebensgefahr zu bringen, entwickelt sich eine Intensität, die dem Film größtenteils fehlt. Als Elliots Kumpel John agiert Lucien Laviscount (bekannt aus den Serien "Scream Queens" und "Snatch") solide – während Cressida Bonas als Elliots Freundin Sasha extrem hölzern und träge spielt, was in einigen Szenen gar für unfreiwillige Komik sorgt.

Fazit: Die spannende Ausgangsidee der Geschichte bleibt weitgehend ungenutzt; so bleibt ein souverän gefilmter, schwach motivierter Grusler mit durchwachsenen Schauspielleistungen.




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