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Dinky Sinky
Dinky Sinky
© Zorro Film © 24 Bilder

Kritik: Dinky Sinky (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Schon der Titel von Mareille Kleins Spielfilmdebüt dürfte für Stirnrunzeln sorgen: "Dinky Sinky" nennt sich diese Dramödie um eine Mittdreißigerin mit drängendem Kinderwunsch und macht sich nicht einmal die Mühe, den komischen Ausdruck zu erklären. Dass es sich um Abkürzungen handelt, die die finanzielle Situation von Kinderlosen beschreiben, sei an dieser Stelle kurz erwähnt, aber nicht weiter von Interesse.

Denn Vergnügen bereitet Kleins Film auch ohne dieses Wissen: Mit humorvoller Leichtigkeit beleuchtet die Filmemacherin hier die Lebenskrise einer Frau, die zwar unbedingt Mutter sein will, allerdings nicht schwanger wird. Langsam, aber unerbittlich zerfällt hier eine ganze Existenz in ihre Einzelteile, und Klein, die auch für das Drehbuch verantwortlich ist, konfrontiert ihre Heldin Frida mit immer neuen Situationen, die der Protagonistin die eigenen Unzulänglichkeiten mal auf komische, mal auf peinliche Weise vor Augen führen.

Ein wirklich runder Film ist Klein mit "Dinky Sinky" nicht gelungen: Mitunter wirken die Szenen wie aneinandergereiht, vor allem gegen Ende wird zudem dramatisches Potenzial verschenkt und einige überflüssige Szenen sorgen für Längen. Doch diese Schwächen sowie den Eindruck, dass der visuell uninspirierte Film im Freitagabendprogramm der öffentlich-rechtlichen Sender besser aufgehoben wäre als auf der Kinoleinwand, lässt Klein immer wieder vergessen.

Allein die vielen kleinen Höhepunkte von "Dinky Sinky" aufzuzählen, würde den Rahmen dieser Besprechung sprengen: Daher sei an dieser Stelle kurz auf die wunderbar lakonischen Dialoge verwiesen, die nicht verbissen auf die nächste Pointe schielen, sondern gewitzt und lebensnah sind, sowie auf die großartige Besetzung. An der Seite gut aufgelegter Nebendarsteller wie Michael Wittenborn und Ulrike Willenbacher glänzt besonders Katrin Röver als Protagonistin Frida.

Röver legt mit ihrem zurückhaltenden Spiel nach und nach die vielen Facetten ihrer Figur frei. Ein wenig lässt diese subtile Performance an Sandra Hüllers umwerfenden Auftritt in Jan Schomburgs "Über uns das All" (2011) denken, wo Hüller ebenso uneitel wie humorvoll eine Frau in der Krise verkörperte. Dass Röver von Kleins sich im Kreis drehenden Drehbuch ein wenig im Zaum gehalten wird und sich hier keine narrativen Abgründe wie bei Schomburg auftun, macht da leider erneut spürbar, dass diese sehenswerte Dramödie einiges an Potenzial verschenkt.

Fazit: Mareille Kleins vergnügliche Dramödie ist nicht ohne Schwächen und verschenkt durch uninspirierte Bilder und dramaturgische Durchhänger immer wieder Potenzial. Und dennoch gelingt es "Dinky Sinky" zu begeistern: Die lakonisch-humorvollen Dialoge sowie die großartige Hauptdarstellerin Katrin Röver sorgen für zahlreiche kleine Höhepunkte, die beinahe vergessen lassen, dass Kleins Film mehr nach Fernsehspiel als nach großem Kino ausschaut.




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