VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Die Erfindung der Wahrheit
Die Erfindung der Wahrheit
© Universum Film

Kritik: Die Erfindung der Wahrheit (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Die Erfindung der Wahrheit" stammt vom Oscar-nominierten Regisseur John Madden ("Shakespeare in love", "Best Exotic Marigold Hotel"), der seinen Film Anfang 2016 in Washington D.C. und Toronto inszenierte. Für die Hauptrolle gewann er eine der aktuell gefragtesten Darstellerinnen Hollywoods, Jessica Chastain ("Crimson Peak", "Zero Dark Thirty"). Chastain wurde bereits zweimal für den Oscar nominiert. Auch die Nebenrollen des Politthrillers sind mit Mark Strong und Allison Pill ("To Rome with love") namhaft besetzt. Seine Weltpremiere erlebte die Produktion im November 2016 auf dem AFI Fest. Der Film kostete insgesamt 13 Millionen Dollar.

Wichtige Voraussetzung vor dem Kinogang: ein Interesse an dialoglastigen Filmen, Polit-Thrillern (etwa "Die Unbestechlichen" oder "Ides of March") und idealerweise auch an der Thematik des Films: das weit verzweigte, mächtige Lobby-System der USA. Bringt man all dies mit, erlebt man einen fesselnden, intelligenten und sehr herausfordernden Thriller, der die Aufmerksamkeit des Betrachters einfordert. In erster Linie die famose Jessica Chastain in der Rolle der abgebrühten und immer ein wenig emotionslos wirkenden Strategin Sloane ist es, die den Film trägt.

Sie agiert eiskalt in einer männerdominierten Welt, macht keinen Hehl daraus nicht viel auf andere Menschen und zwischenmenschliche Beziehungen zu geben und setzt bewusst die "Waffen der Frau" ein: vom knallroten Lippenstift über die viel zu übertrieben eingesetzte Wimperntusche bis hin zu den edelsten, Aufmerksamkeit erzeugenden Klamotten. Sie setzt sich optisch bewusst von den anderen ab und provoziert so Aufmerksamkeit. Es dauert nicht lange, und die immer wohl überlegt vorgehende Sloane wird von der männlichen Konkurrenz der mächtigsten US-Lobby ebenso geschätzt wie gefürchtet ("Sie ist genial und einzigartig").

Die Drohung eines Lobbyisten spricht darüber hinaus Bände: "Wir sind über fünf Millionen und wir sind bewaffnet." Klar ist: Sloane lässt sich auf einen Kampf mit scheinbar ebenso abgebrühten, langjährig erfahrenen Interessenvertretern ein. Aber nur scheinbar. Mit diesen liefert sie sich gepfefferte, deftige und anspielungsreiche Wortgefechte, bei denen die Drehbuchautoren ganze Arbeit leisteten. Das Ende des Films ist letztlich Geschmackssache, aber bis es soweit ist, erleben wir einen der spannendsten, scharfsinnigsten Polit-Thriller des Kinojahres 2017.

Fazit: Bleibt man als Zuschauer konzentriert bei der Sache und lässt sich voll und ganz auf das wortlastige Spiel um Intrigen und Beeinflussung ein, erlebt man einen der vielschichtigsten Polit-Thriller des Jahres, der nicht zuletzt eine herausragende Hauptdarstellerin bietet.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.