oder

I Am Not Your Negro (2016)

Dokumentarfilm: Der Filmemacher Raoul Peck porträtiert den Schriftsteller James Baldwin und dessen Kampf gegen Rassismus.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Als der Schriftsteller James Baldwin 1987 verstarb, hinterließ er ein unvollendetes Manuskript namens "Remember This House, in dem er aus seiner ganz persönlichen Sicht von Amerika erzählen wollte. Es sollte keine schöne Geschichte der Vereinigten Staaten werden, sondern einen schonungslosen Blick bieten auf das im Land herrschende Unrecht, unter dem vor allem schwarze Bürger immer noch leiden. Als Fixpunkte seines Essays sollten Baldwin dabei die Schicksale von Malcolm X, Martin Luther King sowie Medgar Evers dienen. Alle drei Männer kämpften auf ihre Art für die Rechte der schwarzen Bevölkerung und wurden schließlich kaltblütig ermordet. Der haitianische Regisseur Raoul Peck erinnernt mit seinem Dokumentarfilm nun einerseits an Baldwins Manuskript und demonstriert zugleich, wie aktuell der Text auch heute noch ist.

Bildergalerie zum Film

I Am Not Your NegroI Am Not Your NegroI Am Not Your NegroI Am Not Your NegroI Am Not Your NegroI Am Not Your Negro - Raoul Peck


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Vor wenigen Wochen erst startete Raoul Pecks "Der junge Karl Marx" in den Kinos, da ist auch schon der nächste Film des haitianischen Regisseurs auf den Leinwänden zu sehen. Statt noch einem allzu bieder in Szene gesetzten Historiendrama erwartet das Publikum mit "I Am Not Your Negro" allerdings ein faszinierender, aufwühlender Dokumentarfilm.

Pecks Film lebt dabei voll und ganz von seinem charismatischen Protagonisten, der anhand von Archivmaterial immer wieder selbst zu Wort kommt. Sei es bei einer akademischen Podiumsdiskussion oder in einer beliebten Fernsehshow, der Schriftsteller James Baldwin erweist sich wiederholt als ein begnadeter Redner und großer Denker – seine Worte tragen dieses stimmig montierte Porträt und fesseln von der ersten bis zur letzten Minute.

Auch der Off-Kommentar, der auf Baldwins unvollendetem Manuskript "Remember This House" basiert und von Samuel L. Jackson vorgetragen wird, kann überzeugen. Mit seiner tiefen, ruhigen Stimme geleitet Jackson die Zuschauer durch die gesellschaftlichen Unruhen, die die USA seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfasst haben.

"I Am Not Your Negro" versteht sich dabei nicht einfach als Rückblick auf vergangene Zeiten, sondern macht deutlich, wie Geschichte auch in der Gegenwart fortwirkt. Peck klagt ganz bewusst auch heutige Zustände an und stellt sich damit in Baldwins Tradition: Es ist ein schmerzhafter, ungemütlicher Blick auf Amerika und den demokratischen Westen, der keine Zweifel daran lässt, dass die soziale Wirklichkeit weit von herrschenden Idealen entfernt ist.

Fazit: Raoul Peck ruft die Arbeit des großen Denkers und Schriftstellers James Baldwin in Erinnerung. "I Am Not Your Negro" lebt ganz von den Worten seines charismatischen Protagonisten und zeigt dabei zugleich eindrücklich, dass diese nach wie vor aktuell sind. So wird in diesem Dokumentarfilm aus einem historischen Rückblick eine ungemütliche, schmerzhafte Anklage der Gegenwart.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: I Am Not Your Negro

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA, Frankreich, Schweiz, Belgien
Jahr: 2016
Genre: Dokumentation
Länge: 93 Minuten
Kinostart: 30.03.2017
Regie: Raoul Peck
Darsteller: Samuel L. Jackson als Sprecher, James Baldwin, Dick Cavett
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH

Awards - Oscar 2017Weitere Infos

  • Bester Dokumentarfilm

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.