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I Am Not Your Negro
I Am Not Your Negro
© Magnolia Pictures

Kritik: I Am Not Your Negro (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Vor wenigen Wochen erst startete Raoul Pecks "Der junge Karl Marx" in den Kinos, da ist auch schon der nächste Film des haitianischen Regisseurs auf den Leinwänden zu sehen. Statt noch einem allzu bieder in Szene gesetzten Historiendrama erwartet das Publikum mit "I Am Not Your Negro" allerdings ein faszinierender, aufwühlender Dokumentarfilm.

Pecks Film lebt dabei voll und ganz von seinem charismatischen Protagonisten, der anhand von Archivmaterial immer wieder selbst zu Wort kommt. Sei es bei einer akademischen Podiumsdiskussion oder in einer beliebten Fernsehshow, der Schriftsteller James Baldwin erweist sich wiederholt als ein begnadeter Redner und großer Denker – seine Worte tragen dieses stimmig montierte Porträt und fesseln von der ersten bis zur letzten Minute.

Auch der Off-Kommentar, der auf Baldwins unvollendetem Manuskript "Remember This House" basiert und von Samuel L. Jackson vorgetragen wird, kann überzeugen. Mit seiner tiefen, ruhigen Stimme geleitet Jackson die Zuschauer durch die gesellschaftlichen Unruhen, die die USA seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfasst haben.

"I Am Not Your Negro" versteht sich dabei nicht einfach als Rückblick auf vergangene Zeiten, sondern macht deutlich, wie Geschichte auch in der Gegenwart fortwirkt. Peck klagt ganz bewusst auch heutige Zustände an und stellt sich damit in Baldwins Tradition: Es ist ein schmerzhafter, ungemütlicher Blick auf Amerika und den demokratischen Westen, der keine Zweifel daran lässt, dass die soziale Wirklichkeit weit von herrschenden Idealen entfernt ist.

Fazit: Raoul Peck ruft die Arbeit des großen Denkers und Schriftstellers James Baldwin in Erinnerung. "I Am Not Your Negro" lebt ganz von den Worten seines charismatischen Protagonisten und zeigt dabei zugleich eindrücklich, dass diese nach wie vor aktuell sind. So wird in diesem Dokumentarfilm aus einem historischen Rückblick eine ungemütliche, schmerzhafte Anklage der Gegenwart.





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