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Wickie und die starken Männer - Das magische Schwert
Wickie und die starken Männer - Das magische Schwert
© Leonine Distribution

Kritik: Wickie und die starken Männer - Das magische Schwert (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Wer in den 1970er und 1980er Jahren aufgewachsen ist, kennt diesen kleinen Wikinger. Ausgedacht hat ihn sich der Schwede Runer Jonsson in seinem Kinderbuch "Wickie und die starken Männer" (1963). Richtig bekannt wurde dieser Dreikäsehoch, der statt seiner Muskeln sein Köpfchen einsetzt, durch die gleichnamige Zeichentrickserie, die ab 1974 in die deutschen Haushalte flimmerte. Seither hat Jonssons Vorlage unzählige Adaptionen erfahren, darunter auch eine Realverfilmung unter der Regie von Michael "Bully" Herbig und eine Neuauflage der Zeichentrickserie, deren Team nun einen animierten Kinofilm vorlegt.

Die Erfolgsgeschichte des kleinen Wikingers war schon immer eine internationale. Das Original stammt aus Schweden, die erste Adaption war eine Koproduktion aus Deutschland, Österreich und Japan und die Neuauflage der Animationsserie ist das Ergebnis einer deutsch-österreichisch-französischen Zusammenarbeit unter Federführung des französischen Regisseurs Éric Cazes, der nun auch beim Kinofilm Regie führt. Damit das Ganze auf der großen Leinwand auch ordentlich aussieht, wurde die ziemlich bescheidene 3D-Optik der Serie ordentlich aufgepeppt. Mit heimischen und internationalen Topproduktionen können die Animationen zwar immer noch nicht mithalten, sie können sich aber sehen lassen.

Nicht nur visuell ist "Wickie und die starken Männer" flotter, auch die Story hat ein Update erfahren. In Zeiten der Konkurrenz durch Comicverfilmungen kommt auch die Welt der Wikinger nicht ohne göttliche Superschurken und Helden wie Loki und Thor aus, die in diesem Film allerdings mehr an ihre Version aus dem Marvel-Universum denn an alte Mythen und Sagen erinnern. Dieser Film ist nichts für Nostalgiker. Mit der überschaubaren Welt der alten Zeichentrickserie hat das nicht mehr viel zu tun. Der Kinofilm ist lauter, bunter und actionreicher.

Dabei bleibt in erster Linie die Figurenzeichnung auf der Strecke. So temporeich der Film auch erzählt und so spannend und dynamisch er auch animiert ist, so charmant wie die 1974er-Version ist er nicht. Denn abseits der vier Hauptfiguren spielen die "starken Männer", die eigentlich für den Humor sorgen, kaum eine Rolle. Schon Runer Jonssons Vorlage nahm den Mythos der brutalen und furchteinflößenden Wikinger genüsslich auf die Schippe. In dieser neuesten Adaption ist davon leider zu wenig geblieben.

Fazit: Diese neueste Version von Runer Jonssons "Wickie und die stärken Männer" kommt in einer ordentlichen Optik daher, die mit internationalen Produktionen allerdings nicht mithalten kann. Der Film ist spannend und actionreich, allerdings nicht annähernd so charmant wie frühere Adaptionen. Denn der für "Wickie" so entscheidende Humor geht in diesem bunten Actionfeuerwerk unter.




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