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Die Göttliche Ordnung
Die Göttliche Ordnung
© Alamode Film © Die FILMAgentinnen

Die Göttliche Ordnung (2017)

Dramödie: Anfang der 1970er-Jahre erwacht in einer braven Schweizer Hausfrau der politische Kampfgeist.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.7 / 5

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1971 steht in der Schweiz eine wichtige politische Entscheidung bevor: Die wahlberechtigten Männer des Landes sollen darüber abstimmen, ob in Zukunft auch Frauen der Gang zur Wahlurne gestattet sein soll. Nora Ruckstuhl hat sich bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht besonders für Politik interessiert. Die Hausfrau und Mutter lebt ein ruhiges Leben in einem kleinen Dorf, sie ist für den Haushalt und die Erziehung der beiden Söhne verantwortlich, während ihr Mann das Geld verdient. Doch eines Tages erwacht der politische Kampfgeist in Nora – sie kann nicht länger hinnehmen, dass Frauen bevormundet werden und will sich aktiv für die Einführung des Frauenwahlrechts einsetzen. Mit dieser Einstellung macht sie sich allerdings keine Freunde: Viele Dorfbewohner treten dem vormals unscheinbaren Gemeindemitglied nun mit offener Ablehnung entgegen und selbst ihre Familie stellt sich gegen sie. Aber Nora lernt bald auch neue Verbündete kennen, die sie bei ihrem mutigen Vorhaben unterstützen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Als eines der letzten europäischen Länder führte die Schweiz im Jahr 1971 das Wahlrecht für Frauen ein, im Kanton Appenzell Innerrhoden dauerte es bis zur Einführung sogar noch 20 weitere Jahre. An den mühsamen, langwierigen Kampf gegen Bevormundung und Vorurteile, den unzählige Frauen ausgefochten haben, erinnert nun Petra Volpes "Die göttliche Ordnung".

Die Botschaft des Films ist dabei so richtig wie eindeutig: Die Ungleichbehandlung von Frauen widerspricht der Menschenwürde und der Widerstand gegen solches Unrecht erfordert ebenso Mut wie Solidarität. Würde man "Die göttliche Ordnung" nun also auf seine Message beschränken, gäbe es wohl nicht viel zu kritisieren.

Doch Volpes Komödie möchte in erster Linie als Unterhaltungsfilm funktionieren und offenbart hierbei doch deutliche Schwächen. Die Schweizer Produktion ist technisch zwar durchaus solide umgesetzt und bietet mit Judith Kaufmanns ("Vier Minuten", 2006) Bildgestaltung zumindest in visueller Hinsicht einen echten Höhepunkt.

Story, Dialoge und Schauspieler können da leider nicht ansatzweise mithalten: Der Plot ist vorhersehbar und entwickelt sich genau wie die Figuren auf mechanisch anmutende Weise. Alles passiert hier, weil es so laut Drehbuch passieren muss – organisch fühlt sich das zu keinem Augenblick an und die Motivationen der Protagonisten wirken aufgesetzt. Vor allem die Männer sind bei Volpe oft nur flache Karikaturen und erzeugen gemeinsam mit den plakativen Dialogen einen ungelenken, allzu belehrenden Eindruck.

So bietet "Die göttliche Ordnung" letztlich bloß einen braven, etwas besserwisserischen Blick zurück in die Schweizer Geschichte. Einer Antwort auf die Frage, was das alles mit unserer heutigen Zeit zu tun hat, bleibt Volpe leider schuldig.

Fazit: Petra Volpe bietet mit "Die göttliche Ordnung" einen ebenso braven wie besserwisserischen Blick zurück in die Schweizer Geschichte. Trotz ihrer richtigen Botschaft und einer starken Bildgestaltung kann die Dramödie nicht überzeugen und langweilt mit flachen Figuren sowie plakativen Dialogen.




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Land: Schweiz
Jahr: 2017
Genre: Drama, Komödie
Länge: 93 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 03.08.2017
Regie: Petra Biondina Volpe
Darsteller: Marie Leuenberger als Nora, Maximilian Simonischek als Hans, Rachel Braunschweig als Theresa
Verleih: Alamode Film, Die FILMAgentinnen

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