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Unforgettable: Tödliche Liebe
Unforgettable: Tödliche Liebe
© Warner Bros.

Kritik: Unforgettable: Tödliche Liebe (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit "Unforgettable – Tödliche Liebe" legt Denise Di Novi – die Produzentin diverser Tim-Burton-Werke (etwa "Edward mit den Scherenhänden") sowie zahlreicher weiterer Film-Erfolge (darunter die Kult-Satire "Heathers" und die romantische Komödie "Crazy, Stupid, Love.") – ihr spätes Kino-Regiedebüt vor. Das Ergebnis ist im Großen und Ganzen leider enttäuschend: Während Di Novi als Produzentin ohne Zweifel ein gutes Gespür für Stoffe bewiesen hat, die einerseits unkonventionell sind und andererseits doch Anklang beim Publikum zu finden vermögen, setzt sie bei der von ihr selbst inszenierten Arbeit nun auf einen wenig originellen Mix aus Drama und Psychothriller, der – sogar bis in die Aufmachung des Filmplakates hinein – an moderne Genre-Klassiker wie "Eine verhängnisvolle Affäre" (1987) oder "Die Hand an der Wiege" (1992) erinnert, aber zu keinem Zeitpunkt deren Intensität erreicht.

Die souveräne Kameraführung von Caleb Deschanel kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass "Unforgettable" überwiegend wie eine auf Leinwand gebannte Prime-Time-Soap-Doppelfolge anmutet – wozu nicht zuletzt das Schöner-Wohnen-Ambiente beiträgt. Die Einschübe von Erotik wirken wiederum (unter anderem durch den Musikeinsatz) äußerst trashig. Noch problematischer ist allerdings, dass auf die Stimmigkeit des Drehbuchs (verfasst von Christina Hodson und David Johnson) offenkundig viel weniger Wert gelegt wurde als auf die geschmackvolle Ausstattung der Räume. Themen wie häusliche Gewalt oder psychische Störungen werden allzu oberflächlich behandelt und für die Story instrumentalisiert; eine "Dallas"- und "Denver-Clan"-würdige Intrige wird indes umfassend aufgebaut, um im klischeehaften Finale dann rasch zu verpuffen. Dass der Film zwei Frauen ins Zentrum rückt, ist sehr begrüßenswert; eine wesentlich sorgfältigere Ausgestaltung der Hintergründe dieser beiden Figuren wäre jedoch vonnöten gewesen, um als frauenzentriertes Werk wirklich überzeugen zu können.

Katherine Heigl, die ihren großen Durchbruch als Ärztin Izzie Stevens in der Krankenhaus-Serie "Grey's Anatomy" erlebte und durch Filme wie "Beim ersten Mal" oder "27 Dresses" zum RomCom-Gesicht wurde, kann hier eine neue Facette zeigen. Als platinblonde, stets perfekt gestylte Stepford (Ex-)Wife bleibt sie aber eine Karikatur: Die eisige Tessa stalkt und hackt sich in Mobiltelefone, sie erstellt Fake-Accounts bei Facebook (während sie genüsslich am Rotweinglas nippt) und schreckt weder vor Einbruch noch vor Mord zurück. Dass ihre Mutter (verkörpert von Cheryl Ladd, bekannt aus der TV-Serie "Drei Engel für Charlie") noch biestiger daherkommt, macht die Sache nicht besser. Rosario Dawson ("Sin City") ist als Tessas Konkurrentin deutlich glaubhafter; wenn Julia versucht, einen Zugang zu der von Newcomerin Isabella Kai Rice solide gespielten Stieftochter zu finden und ihre schwierige Vergangenheit hinter sich zu lassen, hat "Unforgettable" seine eindrücklichsten Momente. Geoff Stults bleibt als Mann zwischen den beiden Frauen hingegen ziemlich blass; der hart arbeitende David muss – damit die Geschichte funktioniert – teilweise recht ignorant handeln und wirkt dadurch kaum sympathisch. Auch die übrigen Nebenparts – der Ex-Lover und die beste Freundin von Julia, Davids Kollegen sowie die ermittelnden Polizeiangestellten – dienen lediglich dazu, dramaturgische Funktionen zu erfüllen und Stichworte zu geben.

Fazit: Das weithin einfallslos in Szene gesetzte Psychothriller-Drama krankt an einem formelhaften Plot sowie an stereotyp gezeichneten Figuren. Rosario Dawson liefert indes eine nahegehende Performance.





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