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The First Purge
The First Purge
© Universal Pictures International

Kritik: The First Purge (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das "The Purge"-Franchise spielte bislang rund 350 Millionen Dollar ein. Vater des Erfolgs ist James DeMonaco, der sich die Geschichte ausgedacht hat und die ersten drei Filme inszenierte. Auf dem Regie-Stuhl bei "The First Purge" saß Gerard McMurray, der mit "Burning Sands" (2016) bekannt wurde. Seit jeher werden die "Purge"-Filme für ein vergleichsweise geringes Budget realisiert, auch der vierte Teil kostete lediglich 13 Millionen US-Dollar. Gedreht wurde von September bis November 2017 in und um New York. Als Kameramann fungierte der Grieche Anastas Michos, der bereits an Horrorfilmen wie "Texas Chainsaw 3D" mitwirkte aber auch schon bei modernen Klassikern wie "Geboren am 4. Juli" oder "Gilbert Grape" hinter der Kamera stand.

Zunächst einmal muss man den Machern der vierten "Purge"-Folge zugutehalten, dass sie sich bei der Ausgestaltung ihrer Geschichte deutlich von realen Figuren und Ereignissen aus Politik und Gesellschaft inspirieren ließen. Sie bauen diese Anspielungen dabei durchaus gekonnt in ihren Film ein, da sie wahlweise die Handlung vorantreiben oder als bissige Kritik an den gegenwärtig herrschenden Zuständen in der Welt gelesen werden können. Dies verschafft "The First Purge" eine deutlich sozial- und gesellschaftskritischere Note als den Vorgängern und stattet den vierten Teil deshalb auch mit einem gewissen "Anspruch" aus.

So sind etwa die Verweise auf Trumps Versuche, illegale Einwanderung mit allen Mitteln zu stoppen (Stichwort: Mauer) und die USA von unliebsamen Einflüssen und "Elementen" zu säubern, mehr als deutlich. Zudem wird im Film immer wieder auf "digitale Medienphänomene" wie Fake-News sowie die Stilisierung von Gewaltvideos zu viralen Hypes verwiesen. Das alles verschafft "The First Purge" einen hohen Aktualitätsbezug und einen modernen, frischen "up-to-date"-Anstrich.

Allerdings verflachen Story und Dramaturgie mit Beginn der "First Purge"-Nacht zusehends. Dann reiht sich lediglich eine stumpf und lieblos abgefilmte Bluttat an die nächste, wobei die Intensität der Gewalt jene aus den Vorgängerfilmen fast noch toppt. Es gibt Verfolgungsjagden, Einbrüche, Schlägereien und regelrechte Hinrichtungen (das blutrünstige, in aller Ausführlich- und Deutlichkeit gezeigte Durchschneiden einer Kehle etwa). Das ist auf Dauer nicht nur ermüdend sondern auch wenig einfallsreich und kreativ – und es bietet letztlich nichts, was der Zuschauer so oder in ähnlicher Form nicht auch schon in einem der anderen "Purge"-Teile gesehen hätte.

Fazit: Mit reichlich Medien - und Gesellschaftskritik ausgestattete, blutig-brutale Horror-Show inklusive einiger gelungener Spitzen gegen US-Präsident Trump, die jedoch ab der Hälfte zunehmend verflacht und in ärgerliche Belanglosig- und Austauschbarkeit verfällt.




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