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Monsieur Pierre geht online (2017)

Un profil pour deux

Moderner Cyrano de Bergerac: Ein trauernder Witwer geht in dieser Liebeskomödie im Internet auf Frauensuche.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.9 / 5

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Monsieur Pierre (Pierre Richard) hat sein Pariser Appartement seit Jahren nicht verlassen. Im Wohnzimmer stapeln sich die Bücher, in der Küche das dreckige Geschirr. Bei einem Glas Hochprozentigem lässt er tagein, tagaus alte Aufnahmen seiner verstorbenen Frau durch den Projektor rattern. Nur seine Tochter Sylvie (Stéphane Bissot) schaut nach dem Rechten. Mit seiner Enkelin Juliette (Stéphanie Crayencourt) liegt er im Clinch. Der alte Griesgram hat es nicht verwunden, dass sie den erfolgreichen Geschäftsmann David (Pierre Kiwitt) für den erfolglosen Schriftsteller Alex (Yaniss Lespert) verlassen hat. Und ausgerechnet der soll Pierre nun das weltweite Web nahebringen, ohne dass der greise Schüler weiß, in welcher Beziehung sein junger Lehrer zu seiner Enkelin steht.

Nach kurzen Startschwierigkeiten geht dann alles ganz schnell. Pierre stolpert in den Weiten des Netzes über eine Datingseite, verliebt sich in die junge Belgierin Flora (Fanny Valette) und diese sich in ihn. Doch Flora weiß nicht, mit wem sie da eigentlich chattet, hat sich Pierre online doch als Alex ausgegeben. Also muss der Lehrer mit zum Rendezvous nach Brüssel und verliebt sich prompt in Pierres Flirt. Fortan muss sich zeigen, ob Flora mehr auf Pierres Wortgewandtheit oder auf Alex' Aussehen fliegt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Nach "Und wenn wir alle zusammenziehen?" (2011) hat Regisseur Stéphane Robelin auch in seiner neuen Komödie Pierre Richard vor die Kamera geholt. Vom einstigen zerstreuten Tollpatsch ist nichts mehr geblieben. Richard, der in den 1970er-Jahren als "Der Zerstreute" auf der großen Leinwand reüssierte und als "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh" zu Frankreichs Topkomödianten aufstieg, gibt dieses Mal den alten Griesgram, in dem ein anonymer Romantiker schlummert.

Sein Monsieur Pierre ist ein Cyrano de Bergerac im modernen Gewand, ein Hochstapler des Internetzeitalters. Aus dieser Welt der unvollständigen Sätze, Abkürzungen und Symbole sticht die gehobene Wortwahl des Alten heraus und beeindruckt die Jungen. Trotz deren Schnelllebigkeit nimmt sich Stéphane Robelin alle Zeit der Welt, um seine Figuren einzuführen, ganz behutsam miteinander zu verbinden und auf den finalen Konflikt zusteuern zu lassen. In bester Boulevardtheater-Tradition geht das nicht ohne amüsante Verwechslungen über die Bühne. Der Höhepunkt an Pierres Frühstückstisch, an dem alle Figuren aufeinanderprallen, ist ein Lehrstück in Timing, wie man es lange nicht in einer französischen Komödie gesehen hat.

Pierre Richard und Yaniss Lespert ergänzen sich prächtig. Dabei macht Letztgenannter im Grunde nicht viel mehr, als wie ein geprügelter Hund dreinzublicken, wie es Monsieur Pierre an einer Stelle formuliert. Doch gerade diese Passivität führt den unambitionierten Schriftsteller unfreiwillig von einem Fettnäpfchen zum nächsten. Stéphane Robelin inszeniert das so charmant und warmherzig, dass sein Publikum darüber auch die Grundbedingung dieser Komödie vergisst. Schließlich treiben die beiden Männer mit der unwissenden Flora ein perfides Spiel. Wie es sich für eine Wohlfühlkomödie gehört, löst sich aber auch dieses in versöhnlichem Lachen auf.

Fazit: "Monsieur Pierre geht online" ist eine unaufgeregt erzählte Wohlfühlkomödie, bei der neben den Pointen vor allem das Timing sitzt. Die Chemie zwischen den beiden männlichen Hauptdarstellern stimmt, weshalb man ihnen auch ihr unredliches Spiel verzeiht und über das unrealistische Happy End getrost hinwegsieht.




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FBW: besonders wertvollDer erfolglose Autor Alex quartiert sich bei seiner neuen Freundin Juliette ein, deren Mutter ihn nötigt, den greisen Vater Pierre (Pierre Richard) am Computer zu unterrichten. Nicht nur nähern sich beide menschlich an, Pierre entdeckt zudem das [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Frankreich, Deutschland, Belgien
Jahr: 2017
Genre: Komödie
Länge: 99 Minuten
Kinostart: 22.06.2017
Regie: Stephane Robelin
Darsteller: Pierre Richard als Pierre, Yaniss Lespert als Alex, Fanny Valette als Fanny
Verleih: Neue Visionen

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