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Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft
Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft
© Sony Pictures

Kritik: Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Zwei Jahre nach dem Kino-Erfolg "Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft", kommt nun die von Tim Trageser inszenierte Fortsetzung in die Kinos. "Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft" entwickelte sich 2015 in Deutschland zu einem enormen Erfolg an den Kassen: über eine Millionen Zuschauer lockte die Komödie in die Kinos. Wurde der Erstling noch von Sven Unterwald inszeniert, nahm für die Fortsetzung der Frankfurter Film- und TV-Regisseur Trageser auf dem Regiestuhl Platz. Bekannt wurde er vor allem durch seine Fernsehkrimis (u.a. "Tatort", "Kommissarin Lucas"). Wie schon Teil eins wurde auch die Fortsetzung zu weiten Teilen in der mittelfränkischen Stadt Stein, bei Nürnberg gelegen, gedreht. Das dortige historische Faberschloss, diente als Außenkulisse.

Schon recht früh im Film fällt auf, dass durch einige Nebensächlichkeiten und unnötige Subplots, der eigentliche Kern der Geschichte unnötig hinausgezögert wird: das Schrumpfen und die dadurch entstehenden Probleme, die es fortan zu lösen gilt. Zu jenen entbehrlichen Nebenhandlungen zählt etwa der Erzählstrang um Felix' schwermütigen Freund Mario, der der Handlung in keiner Weise dienlich ist. Sind die Eltern aber erst einmal geschrumpft, beweist Regisseur Trageser doch allerlei Einfallsreichtum sowie ein überzeugendes Gespür für Situationskomik und skurrile Szenen. In diesen spielen die Miniatur-Eltern (charmant und mit viel Spielfreude am Werk: Axel Stein und Julia Hartmann) meist eine wichtige Rolle.

Allerdings: vielschichtig und facettenreich sind Felix‘ Eltern ebenso wenig gestaltet wie die übrigen, nicht gerade komplexen Charaktere. Auch eine behutsame, feinfühlige Inszenierung darf man bei "Hilfe, ich habe meine Eltern geschrumpft" – wie schon beim Vorgänger - nicht erwarten. Hier geht es in erster Linie darum, die Zielgruppe, die am ersten Teil ihre Freude hatte, mit frechem, lautem Humor sowie schrillen, knallig-bunten Bildern zu unterhalten. Das jedoch gelingt meist recht gut, gerade in den Szenen mit den geschrumpften Eltern.

Wenn sich diese etwa in Zahnbechern ein ausgiebiges Bad genehmigen oder nach dem Schrumpfen ein Sturz in die Toilette ebenso lebensbedrohlich sein kann wie ein einfaches Wollknäuel, dann wird deutlich: die Macher spielen die (komödiantischen) Möglichkeiten ihrer Geschichte, an dieser Stelle voll aus. Und ebenso auf tricktechnischer Ebene. Denn rein visuell überzeugt der Film auf ganzer Linie. Sowohl bei der CGI-Umsetzung der geschrumpften Figuren als auch bei den Geistern, die in der Schule ihr Unwesen treiben.

Fazit: "Hilfe, ich habe meine Eltern geschrumpft" funktioniert nach ähnlichem Muster wie der Vorgänger von 2015: tolle Effekte und eine bunte, schrille Optik paaren sich mit einer unterhaltsamen, familiengerechten Story. Tiefgründige Charaktere und viel Feingefühl darf man hier zwar nicht erwarten und auch die unnötigen Nebenschauplätze hätte es nicht gebraucht. Für 90 kurzweilige Minuten und amüsantes Familien-Entertainment aber reicht es insgesamt allemal.





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