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Churchill - Die dunkelste Stunde
Churchill - Die dunkelste Stunde
© Universal Pictures International Germany

Deutsche Filmstarts: Gary Oldman erlebt "Die dunkelste Stunde"

Schweiger und Schweighöfer im "Hot Dog"-Doppelpack

Gary Oldman darf sich berechtigte Hoffnungen auf seinen Oscar als "Bester Hauptdarsteller" machen, denn er ist der Grund, sich "Die dunkelste Stunde" anzusehen. Gleichzeitig gibt es die Zugpferde Matthias Schweighöfer und Til Schweiger im Doppelpack, neue Werke von Alexander Payne und Francois Ozon sowie für das junge Publikum den Fantasy-Spaß "Hilfe, ich habe meine Eltern geschrumpft". Was lohnt den Besuch des Kinos? Und wann lässt man sein Portemonnaie besser stecken?

"Die dunkelste Stunde"

Drama
Großbritannien
125 Minuten
FSK 6

Britisches Historiendrama über Winston Churchill (Gary Oldman), der im Mai 1940 zum britischen Premierminister ernannt wird und während des Kampfs um Dünkirchen Politik und Öffentlichkeit überzeugen muss, sich mit aller Macht dem Dritten Reich entgegen zu stellen. Zwei Jahre nach seinem Fehltritt "Pan" meldet sich der englische Regisseur Joe Wright erfolgreich zurück. Allerdings ist diese Universal Pictures-Produktion weniger wegen der konventionellen Erzählweise sehenswert, sondern aufgrund der grandiosen Darstellung Gary Oldmans, der Churchill in allen Facetten zum Leben erweckt und als Favorit auf den Oscar gilt.

Die Kritiken für den Streifen sind sehr gut, auch dem Publikum gefällt es. Unser Kritiker Andreas Köhnemann hebt mit Einschränkungen ebenfalls den Daumen: "Ein handwerklich ansprechend gemachter Film mit einem begabten Hauptdarsteller, der den nötigen Einsatz zeigt. Pathos und Kitsch sowie ein Mangel an Bezügen zur heutigen Situation Großbritanniens schwächen das Biopic jedoch."

Unsere Empfehlung: Reingehen!

"Downsizing"
Science Ficiton
USA
135 Minuten
FSK 0

US-Science Fiction-Film über eine bahnbrechende Methode, Menschen auf ressourcenschonende zwölf Zentimeter Größe zu schrumpfen. Ein Durchschnittsbürger (Matt Damon) muss in der Mini-Welt feststellen, dass diese nicht viel anders als die normale ist. Was für ein Pech für Matt Damon, dass er im vergangenen Jahr ausgerechnet dann für George Clooney in "Suburbicon" und für Alexander Payne in dieser Paramount Pictures-Produktion vor der Kamera stand, als diese nicht gerade ihre beste Stunde erwischten. Erstmals hat Regisseur und Drehbuchautor Payne ("Nebraska") keine Lobeshymnen für eines seiner Werke geerntet, sondern nur gemischte Besprechungen und Ablehnung durch die Zuschauer erfahren müssen.

"Downsizing" bietet eine gute Besetzung auf und verfolgt auch einige wirklich interessante Ideen, aber verheddert sich in zu vielen verschiedenen Ansätzen, die den Streifen zerfahren wirken lassen. Ist es nun ein schrulliger Science Fiction-Film, eine humanistische Liebesgeschichte, eine Gesellschaftssatire, eine Diskussion über Rassen und Privilegien oder über den Klimawandel? Payne versucht hier, zu viel auf einmal unterzubringen, und schlussendlich wird er keinem Thema und Tonfall so richtig gerecht. Unsere Rezensentin Bianka Piringer gefiel es aber: "Dieser kurzweilige, mit seiner oft geistreichen Komik auch anregende Film knöpft sich die zeitgenössische Konfusion angesichts von Zukunftsangst und Anspruchsdenken vor."

"It Comes at Night"
Horror
USA
91 Minuten
FSK 16

US-Horrorfilm über eine Familie, die sich nach Ausbruch einer Seuche in ihrem abgeschiedenen Haus im Wald verbarrikadiert hat. Als sie eine zweite Familie aufnehmen, eskaliert die Situation, und beide Familien kämpfen gegeneinander ums Überleben. Diese Universum-Produktion spaltet Kritik und Zuschauer. Während die Presse das Werk von Trey Edward Shults lobt, finden die Kinogänger keine Gründe, den Streifen weiter zu empfehlen. Shults beweist mit einer minimalen Ausstattung wirkungsvoll, dass das Ungezeigte auf der Leinwand genauso furchteinflößend sein kann wie das Gezeigte.

Unsere Kollegin Bianka Piringer ist auch beeindruckt: "Eine beklemmende Atmosphäre begleitet in diesem Film den Versuch einer Familie, sich in ihrem Haus im Wald vor einer tödlichen Ansteckungskrankheit zu verstecken. Die bedrohliche Stimmung infiziert nicht nur die Psyche der Charaktere, sondern auch die des Publikums. Joel Edgerton spielt den Familienvater sehr überzeugend, der alles unter Kontrolle behält, nur sein eigenes Misstrauen nicht."

"Hot Dog"
Komödie
Deutschland
105 Minuten
FSK 12

Deutsche Action-Komödie über zwei sehr ungleiche Polizisten (Matthias Schweighöfer und Til Schweiger), die gemeinsam eine entführte Diplomatentochter befreien sollen. Dabei kommen sie einer groß angelegten Intrige auf die Spur. Torsten Künstler, der bereits mit Matthias Schweighöfer zusammen "Der Nanny", "Vaterfreuden" und "Schlussmacher" sowie mit Til Schweiger zusammen "Kokowääh 2" und "1 1/2 Ritter" inszeniert hat, durfte diesmal alleine das Megaphon schwingen - ohne dass ihm diesmal ein guter Film geglückt wäre.

Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern stimmt, aber das kann diese quälend unlustige und absolut vorhersehbare Warner Brothers Pictures-Produktion auch nicht retten. Die Kritiken sind mies, so auch bei unserem Kritiker Björn Schneider: "Wenig überraschender, uninspirierter Buddy-Movie-Abklatsch in typischer Schweiger/Schweighöfer-Machart, der von bekannten Vorbildern klaut und ein Klischee ans nächste reiht."

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

"Der andere Liebhaber"
Thriller
Frankreich
108 Minuten
FSK 16

Französischer Psychothriller über eine junge Frau (Marine Vacth), die sich in ihren Psychoanalytiker (Jérémie Renier) verliebt und mit ihm zusammenzieht, sich dann jedoch auch zu dessen charakterlich höchst verschiedenem Zwillingsbruder (ebenfalls Jérémine Renier) hingezogen fühlt. Bald verstrickt sie sich in ein Labyrinth aus Verlangen und Täuschungen. Regisseur und Drehbuchautor François Ozon ("Jung & schön") hat den Roman "The Lives of the Twins" der US-Autorin Joyce Carol Oates aus dem Jahr 1987 als raffinierten Streifen in Szene gesetzt, der sich selbst nicht zu ernst nimmt.

"L'amant double" - "Der doppelte Liebhaber", so der Originaltitel - lief in Frankreich solide, wobei die Kritiker ihn mehr schätzen als die Zuschauer. Unser Rezensent Falk Straub rät zum Erwerb einer Eintrittskarte für die Weltkino-Produktion: "Ein technisch perfekter, überzeugend gespielter, sehr eigenwilliger Psychothriller. Erneut schreckt François Ozon nicht davor zurück, sein Publikum durch ein lustvolles, doppelbödiges Spiel mit Erwartungen und Sehgewohnheiten vor den Kopf zu stoßen. Wer die Filme des Franzosen liebt, den wird auch dessen jüngstes Werk nicht enttäuschen."

"Hilfe, ich habe meine Eltern geschrumpft"
Fantasy
Deutschland
98 Minuten
FSK 0

Deutscher Fantasy-Film, in welchem ein Junge (Oskar Keymer) seine Schule vor dem bösen Geist einer einstigen Rektorin (Andrea Sawatzki) bewahren muss. Diese hat auch seine Eltern (Julia Hartmann und Axel Stein) auf Miniaturformat geschrumpft, um die er sich nun kümmern muss. Regisseur Tim Trageser, der bisher für das Fernsehen gearbeitet hat - unter anderem hat er mehrere TATORT-Folgen geleitet - gibt mit dieser Sony Pictures-Produktion sein Debut auf der großen Leinwand. Ihm ist ein anspruchsloser, unterhaltsamer Spaß gelungen, bei dem die Tricktechnik stimmt, während das Drehbuch unwuchtig dahinpoltert.

Die Kritiken sind gemischt, unser Kollege Björn Schneider sieht es wohlwollend: "Tolle Effekte und eine bunte, schrille Optik paaren sich mit einer unterhaltsamen, familiengerechten Story. Tiefgründige Charaktere und viel Feingefühl darf man hier zwar nicht erwarten und auch die unnötigen Nebenschauplätze hätte es nicht gebraucht. Für 90 kurzweilige Minuten und amüsantes Familien-Entertainment aber reicht es insgesamt allemal."

Hier geht es zu den kompletten Filmstarts



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