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Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier
Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier
© Constantin Film

Kritik: Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Auch ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod erfreuen sich die Kinder- und Jugendbücher der englischen Schriftstellerin Enid Blyton weiterhin größter Beliebtheit. Allein die Abenteuer der "Fünf Freunde", erstmals zwischen 1942 und 1963 erschienen, verkaufen sich millionenfach. Seit 2012 sind George, Julian, Dick, Anne und Hund Timmy fest in deutscher Hand. Regisseur Mike Marzuk und sein Team legen jedes Jahr eine weitere, an den Kinokassen überaus erfolgreiche Fortsetzung nach. Zwischen Teil vier und fünf verging nun deutlich mehr Zeit, weil die ursprüngliche Besetzung zu alt geworden war und neue Nachwuchsdarsteller gefunden werden mussten.

Der jüngste Teil trägt dann auch keine Zahl mehr im Titel, sondern heißt schlicht "Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier". Erneut setzt Mike Marzuk, der erstmals allein das Drehbuch verfasste, auf Altbewährtes: ein waghalsiges Abenteuer, bei dem die Kinder einem Fremden zu Hilfe eilen und ganz nebenbei ein Komplott aufdecken. Mit dem Alter seiner Hauptfiguren schraubt Marzuk auch die exotischen Drehorte und den Actionanteil auf ein kindgerechteres Niveau zurück. Statt wie zuletzt nach Ägypten oder Thailand geht es dieses Mal nur in die deutsche Provinz. Statt hochgefährlicher Geheimbünde bekommen es die fünf Freunde lediglich mit Möchtegernganoven zu tun. Die Felsformationen der Fränkischen und Sächsischen Schweiz, die die Kulisse des fiktiven Handlungsörtchens bilden, können sich aber ebenso sehen lassen wie die illustre Wandertruppe, die von einem schrägen Professor (Peter Prager) bis zu einem muffligen Spießbürger (Jürgen Tarrach) reicht.

Mit den neuen Darstellern steigt zudem das Niveau. Zwar agieren nicht alle souverän, vor allem Ron Antony Renzenbrink als tölpelhafter Dick hat reichlich Luft nach oben. Im Vergleich zum alten Ensemble, dessen Spiel häufig so steif wirkte, als läsen die Nachwuchstalente direkt vom Blatt ab, ist die Neubesetzung eine echte Bereicherung. Auch das Zusammenspiel mit den Erwachsenen harmoniert über weite Strecken. Hier tut sich neben dem routiniert fiesen Milan Peschel vor allem Alexander Schubert hervor, der als Inspektor Stiehl Qualitäten eines Sacha Baron Cohen entwickelt. Manch darstellerische Schwäche fängt Regisseur Marzuk zudem geschickt durch einen Schnitt auf, wie er überhaupt durch die Montage Dynamik in die Dialoge bringt.

Etwas mehr Dynamik hätte hingegen das Drehbuch vertragen, das manches zu ausführlich und umständlich erzählt. Hier schlägt Marzuk einige unnötige Seitenwege ein. Hier sitzt lange nicht jeder Gag und Dialog. Und die Schlusswendung kommt ebenso überraschend wie übertrieben. Wie so viele Kinderfilme transportiert aber auch "Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier" eine wertvolle Botschaft. Alles in allem also ein solides Fundament, auf dem Mike Marzuk aufbauen kann.

Fazit: "Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier" ist ein über weite Strecken gelungener Neustart der Filmreihe um Enid Blytons kleine Helden. Während das Ensemble, Ausstattung und Kulissen, Kamera und Schnitt überzeugen, hätten Handlung und Dialoge deutlich mehr Dynamik, Präzision, Leichtigkeit und Unkompliziertheit vertragen.




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