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Kritik: Meine teuflisch gute Freundin (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Meine teuflisch gute Freundin" basiert auf dem Jugendbuch "How to Be Really Bad" von Hortense Ullrich und wurde von Marco Petry verfilmt. Petry ist spezialisiert auf Stoffe für eine jugendliche Zielgruppe, das bewies er als Drehbuchautor ("TKKG") sowie als Regisseur mit Filmen wie "Schule" oder "Heiter bis wolkig". Für seinen ersten Film seit 2014 ("Doktorspiele") konnte er eine ganze Reihe gefeierter Jungstars wie unter anderen Emma Bading und Emilio Sakraya, aber auch etablierte deutsche Schauspielgrößen gewinnen: Von Axel Stein über Samuel Finzi bis hin zu Oliver Korittke.

"Meine teuflisch gute Freundin" lebt ganz von seinem spielfreudigen Ensemble und den sympathischen Hauptfiguren, die dieses charmante, liebevoll umgesetzte Teenie-Abenteuer bevölkern. Vor allem Newcomerin Emma Bading kann als gewiefter, aber dennoch liebenswerter Mini-Belzebub überzeugen. Mit Lust und Leidenschaft verkörpert sie Lilith, der es in der Hölle zu langweilig ist ("Ich will nicht nur im Internet böse sein") und die von ihrem Vater vom Fegefeuer auf die Erde manövriert wird. Janina Fautz legt als scheues und überängstliches Mauerblümchen eine ebenso ausdrucksstarke Performance an den Tag – und bildet damit einen passenden Gegenpol zur cleveren, selbstsicheren Hauptfigur.

Lobenswert ist, dass die Macher die Figuren aber auch entscheidende Wandlungen durchlaufen lassen. Die Charaktere entwickeln sich weiter und sie wachsen an ihren Ängsten sowie Herausforderungen, was sowohl für Lilith als auch für Greta gilt. Die eine hat Angst vor dem Verlieben beziehungsweise vor "menschlichen Gefühlen" (Lilith), die andere hat nie gelernt, aus sich heraus zu gehen und den eigenen Bedürfnissen Beachtung zu schenken (Greta). Hier spricht der Film immer wieder auch gekonnt die ganz alltäglichen Sorgen und Nöte Pubertierender an: Von Rivalitäten und Grabenkämpfen zwischen Klassenkameraden über Probleme mit den Eltern bis hin zum Wunsch, aus dem einengenden, immer gleichen Alltag und (Kleinstadt-) Leben auszubrechen.

Darüber hinaus ist der Film durchzogen von pfiffigem, pointiertem Wortwitz und heiterer Situationskomik. Und auch die abwechslungsreiche musikalische Untermalung und die kreativen, höchst phantasievollen Einfälle zünden auf ganzer Linie. Etwa wenn bei der Einführung der Figuren deren Lieblingsbeschäftigungen Checklisten-artig auf der Leinwand erscheinen. Oder wenn Lilith ihre "teuflischen" Fähigkeiten und Kräfte einsetzt, um zum Beispiel den dauermobbenden Schul-Fiesling vor allen anderen zu blamieren.

Fazit: Extrem kurzweiliger und mit liebenswürdigen Protagonisten gespickter Film für die Zielgruppe der elf- bis 16-jährigen Zuschauer, der die Lebenswelten seiner Figuren glaubhaft widerspiegelt und deren Sorgen ernst nimmt.




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