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Happy Deathday
Happy Deathday
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Happy Deathday (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Happy Deathday" beginnt als College-Komödie mit lustigen Dialogen und einer kessen Hauptfigur – ehe sich die Geschichte in Slasher-Gefilde begibt und sich kurz darauf in eine Horror-Version von Harold Ramis' modernem Klassiker "… und täglich grüßt das Murmeltier" wandelt. Die Protagonistin Tree muss sich fragen, wer ihr nach dem Leben trachtet – und fasst nach einiger Irritation den Entschluss, die Hintergründe ihres eigenen, gewaltsamen Todes aufzuklären. Das Drehbuch bietet dabei eine Vielzahl von Verdächtigen; gleichwohl ist der Film weniger als Whodunit reizvoll, sondern unterhält vor allem dank seiner (Anti-)Heldin und dank des mit Witz eingesetzten Motivs der Zeitschleife.

Das Skript von Scott Lobdell und die Regie von Christopher Landon ("Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse") lassen keine Langeweile aufkommen; das Geschehen wird immer wieder gekonnt variiert und durch Running Gags sowie durch treffend ausgewählte Musik (darunter Demi Lovatos Song "Confident") in einem angenehm humoristischen Ton erzählt. Während sich die Inszenierung mit Gore-Effekten in Schranken hält, wartet sie mit diversen Action-Einlagen auf, wenn sich Tree mit vollem Eifer den Ermittlungen in ihrem eigenen Mordfall widmet. Da sämtliche Aktionen im Laufe der Handlung Spuren auf Trees Körper hinterlassen, muss die Studentin befürchten, dass ihr die vielen Leben alsbald ausgehen werden – wodurch auf gelungene Weise Spannung erzeugt wird. Der Film will überdies eine Botschaft vermitteln, bleibt dabei indes augenzwinkernd und driftet nicht ins Kitschige ab. Über die Logik des Stoffes sollte man gewiss nicht allzu viel nachdenken; für einen kurzweilig-vergnüglichen Abend im Kino vermag das Werk hingegen ohne Zweifel zu sorgen.

Dass "Happy Deathday" so gut funktioniert, ist nicht zuletzt das Verdienst der überaus spielfreudigen sowie ausstrahlungsstarken Jessica Rothe ("La La Land"). Tree ist keine klassische Sympathieträgerin, wächst einem aber doch schnell ans Herz. Auf die Gefangenschaft in der Zeitschleife reagiert die junge Frau nach anfänglicher Verwirrung und Panik wunderbar ungehemmt und kühn – wird allerdings auch nachdenklicher und gewinnt an charakterlicher Tiefe. Die Liebesanbahnungs-Momente mit dem von Israel Broussard ("The Bling Ring") verkörperten Kommilitonen Carter sind ebenso herrlich wie die an "Heathers" erinnernden Szenen zwischen Tree und deren Verbindungsschwestern.

Fazit: Turbulent, wild, absurd, garstig – und insgesamt sehr amüsant. Ein stimmiger Mix aus schwarzem Humor und Spannung, in dem Jessica Rothe als beherzte Protagonistin zu überzeugen weiß.





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