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Das Leben ist ein Fest
Das Leben ist ein Fest
© Universum Film

Kritik: Das Leben ist ein Fest (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Das Leben ist ein Fest" ist der neue Film des Regie- und Drehbuchautoren-Duos Olivier Nakache und Éric Toledano. Zusammen verantworteten sie in den letzten Jahren vielfach ausgezeichnete französische Komödien-Hits wie "Ziemlich beste Freunde" (2011) und "Heute bin ich Samba" (2014). Hauptdarsteller Jean-Pierre Bacri ("Gefühlsverwirrungen", "Zwischen allen Stühlen") zählt seit fast drei Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Schauspielern Frankreichs, der insgesamt zehnmal für den französischen Filmpreis César nominiert war. Auch als Drehbuchautor hatte er Erfolg. Einem internationalen Publikum wurde er 1985 durch Luc Bessons Thriller-Klassiker "Subway" bekannt.

"Das Leben ist ein Fest" legt ein für eine Komödie rasantes Tempo vor, wechselt recht zügig die Schauplätze und lässt dem Zuschauer bei den Einblicken hinter die Kulissen so nur wenig Zeit zum Verschnaufen. Für diese Rasanz und durchaus auch gewollte, visualisierte Hektik, sorgt zudem der häufige Einsatz der Handkamera, die Max und sein Team bei der Arbeit beobachtet. Und: Sie zeigt das Team im Dauerstress. Und genau darauf zielen die beiden Filmemacher Nakache und Toledano mit jenen erwähnten inszenatorischen Kniffen ab: Die Hektik, den Trubel und das Chaos im Zuge der Vorbereitungen und während der Hochzeit, für den Kinobesucher spür- und erfahrbar zu machen. Es gelingt ihnen hervorragend.

Vorangetrieben wird die Szenerie weiterhin von einer flotten, hier und da ein wenig unruhigen musikalischen Untermalungen (oft durch Perkussionen), die aber ihren Zweck erfüllt. Denn auf diese Weise gelingt es, die fiebrige Nervosität und die Anspannung der Mitarbeiter auch auf die Tonspur zu übertragen. Am gelassensten bleibt bei dem ganzen Durcheinander immer noch Max, der von Charakter-Mime Jean-Pierre Bacri überzeugend verkörpert wird. Er bildet das emotionale Zentrum des Films. Bei all dem Chaos und dem Getöse um ihn herum ist nicht selten er derjenige, der es schafft, die aufgebrachte Gesellschaft wieder zu beruhigen und zu erden. Man merkt, dass er trotz allem gewillt ist, seinen Job gut zu machen und die Hochzeit zu einem versöhnlichen Ende zu bringen.

Doch bis es soweit ist, gibt es für den Zuschauer so einiges zu lachen. Das liegt an dem hohen Anteil augenzwinkernder Situationskomik, einigen deftigen, politisch nicht immer ganz korrekten Scherzen (Stichwort: "Schwarzarbeit") und den herrlich verschrobenen, skurrilen Charakteren, die das illustre Figuren-Karussell bevölkern. Darunter ein chaotischer Fotograf, der das ein oder andere Mal gehörig ins Fettnäpfchen tritt (etwa wenn er sich - unabsichtlich - despektierlich über die Mutter des Bräutigams äußert), ein sich maßlos selbst überschätzender Hochzeitssänger und der blasierte, überheblich auftretende Bräutigam.

Fazit: Herrlich komische, hitzige und völlig aus dem Ruder laufende Hochzeitsfeier der etwas anderen Art, ausgestattet mit viel schwarzem Humor und bizarren Figuren.




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