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The Big Sick (2017)

Romantische Dramödie über einen jungen Amerikaner pakistanischer Herkunft, der sich nicht traut, den Eltern seine weiße Freundin vorzustellen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Kumail (Kumail Nanjiani) kam als Kind mit seiner Familie aus Pakistan nach Amerika und strebt nun als Erwachsener eine Karriere als Stand-up-Comedian an. Dabei wünschen sich seine Eltern, dass er ein Jurastudium beginnt. Und sie wünschen noch viel mehr: Wie es in Pakistan üblich ist, soll auch Kumail eine arrangierte Ehe eingehen, und zwar natürlich mit einer Frau aus pakistanischer Familie. Also sorgt Kumails Mutter (Zenobia Shroff) dafür, dass zum gemeinsamen Essen wie zufällig immer eine Heiratskandidatin erscheint. Kumail aber hat sich bereits verliebt, in die junge Amerikanerin Emily (Zoe Kazan), die Psychologie studiert. Doch weil er Angst davor hat, von seiner Familie verstoßen zu werden, verschweigt er den Eltern seine Liebe.

Als Emily das herausfindet, trennt sie sich tief getroffen von Kumail. Doch dann muss sie wegen einer mysteriösen Krankheit ins Krankenhaus, wo sie sogar ins künstliche Koma versetzt wird. In der Klinik lernt der besorgte Kumail Emilys Eltern Beth (Holly Hunter) und Terry (Ray Romano) kennen. Diese sind gar nicht gut auf ihn zu sprechen, nach allem, was Emily ihnen erzählt hat.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Dass diese hübsche interkulturelle Liebesgeschichte aus Amerika so authentisch wirkt, kommt nicht von ungefähr: Der Stand-up-Comedian Kumail Nanjiani und seine Frau Emily V. Gordon erzählen als Drehbuchautoren ihre eigenen Erlebnisse als junges Paar. Unter der Regie von Michael Showalter spielt sich Kumail Nanjiani auch selbst, als ein junger amerikanischer Immigrant, dem die Erwartungen seiner traditionsbewussten Eltern schwer zusetzen. Diese spannende und sehr unterhaltsame Emanzipationsgeschichte ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Dafür sorgt schon ihr Offbeat-Humor, der den Kurs der Handlung durch zahlreiche emotionale Schlaglöcher gutgelaunt begleitet. Aber auch, dass Zoe Kazan als weibliche Hauptfigur Emily über weite Strecken einfach nur im Koma liegt, widerspricht der Erzählweise von Mainstreamfilmen.

Kumail steht zwischen allen Stühlen und verarbeitet seine irritierenden, auch widersinnigen Erfahrungen gerne als Stand-up-Comedian. Er kann noch in beinahe jeder Situation einen Scherz machen – und verschont auch seine überfürsorgliche Mutter nicht mit ironischen Kommentaren. Zoe Kazan spielt Emily als verwandte Seele, die ähnlich humorvoll aufgelegt ist und Kumails Kommentare schlagfertig parieren kann. Wichtige Rollen übernehmen Holly Hunter und Ray Romano als Emilys Eltern, die während des langen, bangen Wartens im Krankenhaus oft verschiedener Meinung sind. So wird Kumail für beide zum Tröster und Beichtvater, auch wenn ihm das manchmal peinlich ist. Kumails Humor erzeugt Widerstandskraft, die die Charaktere, wenn sie sich um Emilys Leben sorgen, dringend brauchen.

Die Witze funktionieren, ob sie nun die Bindungsängste des jungen Paares thematisieren, oder die kulturellen Fesseln, die Kumails Eltern dem Sohn anlegen wollen. Mit drastischem Humor werden auch die Vorbehalte aufs Korn genommen, auf die muslimische Einwanderer in Amerika in Zeiten islamistischen Terrors stoßen. Als Kumail mit seinem Bruder in einem Restaurant streitet, ruft er den anderen Gästen zur Beruhigung zu: "Wir hassen Terroristen!" Auf diese Weise den Spiegel für eigene Ängste und Denkmuster vorgehalten zu bekommen, ist sehr erfrischend. Doch es gibt auch eine Szene, in der ein rassistischer Amerikaner dem Humor die Luft abschnürt. Auch darin zeigt sich, dass der Film eigentlich von ernsten Themen handelt, sich aber mit seinen Figuren weigert, den Kopf hängen zu lassen.

Fazit: Dieser romantische Culture-Clash-Film erzählt die wahre Geschichte eines jungen Amerikaners pakistanischer Herkunft, der Angst hat, seine Familie zu verlieren, wenn er sich zu seiner angelsächsischen Freundin bekennt. Der satirische, pointenreiche Humor des Co-Autors und Stand-up-Comedians Kumail Nanjiani, der sich selbst spielt, beackert den Ernst, welcher der streckenweise dramatischen Handlung auch innewohnt, mit spielerischer Leichtigkeit. Die Realitätsnähe steht dieser sehr unterhaltsamen und zugleich bewegenden Geschichte gut zu Gesicht.








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Land: USA
Jahr: 2017
Genre: Drama, Komödie
Länge: 110 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 16.11.2017
Regie: Michael Showalter
Darsteller: Kumail Nanjiani als Kumail, Zoe Kazan als Emily, Holly Hunter als Beth
Verleih: Weltkino Filmverleih

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