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Der Mann aus dem Eis
Der Mann aus dem Eis
© 24 Bilder © Port au Prince Pictures GmbH / Martin Rattin

Kritik: Der Mann aus dem Eis (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Vorbild für den Jungsteinzeit-Menschen Kelab im Film war die Mumie "Ötzi", die im Herbst 1991 in den Ötztaler Alpen gefunden wurde – und weltweit für gewaltiges Aufsehen sorgte. Grund dafür war vor allem der erstaunlich gute Zustand der gefriergetrockneten Mumie, die als einer der wichtigsten (jung-)steinzeitlichen Funde aller Zeiten in die Geschichte einging. Die Macher von "Der Mann aus dem Eis", entwickelten um "Ötzi" herum eine fiktionale Lebensgeschichte. Es handelt sich dabei um den ersten Film von Regisseur Felix Randau seit zehn Jahren ("Die Anruferin", 2007). Gedreht wurde "Der Mann aus dem Eis" in jenen südtirolischen Tälern, in denen "Ötzi" tatsächlich lebte. Und später auch gefunden wurde.

"Der Mann aus dem Eis" ist wuchtiges, bildgewaltiges und kraftvolles Abenteuer-Kino in der Tradition von Filmen wie "The Revenant", "The Grey" oder "Into the wild". Von diesen genannten Filmen unterscheidet sich "Der Mann aus dem Eis" vor allem durch die historische Komponente, die hier noch dazukommt. Und der geschichtliche Aspekt wird jederzeit glaubwürdig vermittelt, nicht zuletzt dank der realistischen Ausstattung und Requisiten: von der Maske über die Werkzeuge, Waffen und Pelze bis hin zur Optik der Steinzeitmenschen: verdreckt, langhaarig, ganz und gar naturalistisch.

Unterstützt wird dieser hohe Grad an Realismus und Authentizität durch die Tatsache, dass an Originalschauplätzen gedreht wurde, u.a. im Südtiroler Schnalstal und Passeiertal. Die majestätische, atemberaubende Natur nimmt ohnehin eine Sonderposition im Film ein, sie wird zu einem eigenen Hauptdarsteller. Die unberührten Landschaften, von Hängen stürzenden Wasserfälle und die steil ansteigenden Gebirgsketten der Südtiroler Alpen, fängt Randau in prachtvollen Bildern ein. Doch verliert er sich nicht in kitschiger Postkarten-Idylle und pathetischer Alpen-Romantik, sondern zeigt die Natur größtenteils als das, was sie damals war: eine große Gefahr für Leib und Leben der Menschen, die in und mit ihr lebten.

Und dazu gehört nicht zuletzt die brutale Urgewalt jener Natur, u.a. in Form aller erdenklicher Wetterextreme, die Kelab im Film durchstehen muss: von schweren Regenfällen über tosende Gewitter bis hin zu heftigen Schneestürmen. Den Überlebenskampf von Kelab schildert "Der Mann aus dem Eis" – trotz simpler Handlung – jederzeit spannend und packend, auch weil Randau bei den verschiedenen Gefahren und lebensbedrohlichen Situationen, Einfallsreichtum und Phantasie beweist. Etwa wenn Kelab in einer engen Gletscherspalte gefangen scheint oder seinen Feinden gegenübersteht. Überhaupt erscheinen die Menschen hier oft verroht und extrem gewalttätig. In dieser Hinsicht hat sich zu heute – scheinbar – nicht viel geändert. Mit dem Unterschied jedoch, dass es den Menschen damals schlicht ums Überleben ging.

Fazit: Kraftvolles, mit ebenso wuchtigen wie majestätischen Naturbildern garniertes Survial- und Rache-Abenteuer mit großartigen, extrem realistischen Ausstattungsdetails und Kulissen.





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