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Schule, Schule - Die Zeit nach Berg Fidel
Schule, Schule - Die Zeit nach Berg Fidel
© Real Fiction

Kritik: Schule, Schule - Die Zeit nach Berg Fidel (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Sechs Jahre nachdem Hella Wenders in "Berg Fidel – Eine Schule für alle" das integrative sonderpädagogische Konzept einer Grundschule in Münster vorgestellt hat, kehrt die Filmemacherin nun zu diesem Thema zurück. Allerdings steht dieses Mal nicht die außergewöhnliche Schule selber im Fokus, sondern – der Titel "Schule, Schule – Die Zeit nach Berg Fidel" verrät es schon – vier ehemalige Schüler der Berg Fidel und ihr Weg an weiterführenden Schulen.

Wer sich von Wenders' Dokumentarfilm eine kritische Auseinandersetzung mit dem deutschen Schulsystem erhofft, wird wie auch schon beim Vorgängerfilm enttäuscht werden. Die Regisseurin blickt nämlich vor allem mit den Augen ihrer jungen Protagonisten auf den Schulalltag und blendet pädagogische und sozialpolitische Perspektiven sowie Hintergrundinformationen aus. Der eng gefasste Fokus ist allerdings kein Makel dieser Produktion, sondern ihre große Stärke.

Denn ganz nah an den Schülern gelingen Wenders wunderbare Porträts, die viel über das Erwachsenwerden erzählen. Es sind kleine Coming-of-Age-Geschichten, die hier zu einem ebenso unaufgeregten wie nachdenklichen Dokumentarfilm verknüpft werden. Wenders' Haltung ist zwar spürbar, aber ihre Position und Motive stellt die Filmemacherin niemals in den Vordergrund. Am Ende sind es so vor allem die vier Protagonisten, die einem in Erinnerung bleiben werden.

Fazit: Hella Wenders porträtiert in "Schule, Schule – Die Zeit nach Berg Fidel" auf einfühlsame Weise vier Jugendliche. Während die Einblicke in das deutsche Schulsystem recht oberflächlich bleiben, überzeugt der Dokumentarfilm als Coming-of-Age-Studie umso mehr.




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