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Die Vierhändige (2017)

Psychothriller: Zwei ungleiche Schwestern kämpfen in Oliver Kienles düsterem Drama mit den Dämonen der Vergangenheit.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

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Vor 20 Jahren mussten Sophie und Jessica als Kinder miterleben, wie ihre Eltern von Einbrechern auf brutale Art ermordet wurden. Noch heute leiden die beiden Schwestern unter dem schweren Trauma, vor allem Jessica lässt das Geschehene nicht los. Während Sophie versucht sich eine Karriere als Pianistin aufzubauen, plagen Jessica unerträgliche Ängste. Als die Täter dann auch noch aus dem Gefängnis entlassen werden, brennen bei der verstörten Frau sämtliche Sicherungen durch: Sie will Rache nehmen für das, was ihr angetan wurde. Doch bevor es so weit kommen kann, ereignet sich ein schrecklicher Unfall, der das Leben der Schwestern ein für allemal verändern soll und sie zwingt sich mit ihrer tragischen Vergangenheit auseinanderzusetzen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Oliver Kienles "Die Vierhändige" beginnt mit der irritierend schönen Aufnahme einer alten Villa, die in unmittelbarer Nähe zu einer modernen Industrieanlage steht. Während in der Fabrik Maschinen rattern, spielen im Innern des herrschaftlichen Hausen zwei Mädchen im Grundschulalter gemeinsam Klavier. Das enge Band, das die zwei Protagonistinnen Sophie und Jessica verbindet, ist in dieser ersten Szene bereits ebenso spürbar wie Kienles Gespür für eine surreale, von Gegensätzen geprägte Atmosphäre.

Zumindest in der ersten halben Stunde lässt sich Regisseur und Drehbuchautor nicht wirklich in die Karten schauen und wagt einen Balanceakt zwischen den Genres: "Die Vierhändige" sieht zwar durchgehend aus wie ein grimmiger Thriller à la David Fincher, es klingt aber immer wieder auch ein Familiendrama an und mitunter wagt sich der Filmemacher sogar in die Gefilde eines humorvollen Liebesfilms vor.

Die zahlreichen Haken, die Kienle schlägt, sorgen für einige Überraschungen und werden dabei stets durch eine stimmige Inszenierung zusammengehalten. Ein Erfolg wird der Thriller aber vor allem durch das Spiel der beiden Hauptdarstellerinnen: Friederike Becht verleiht ihrer Jessica eine ungeheuerliche Körperlichkeit, während Frida-Lovisa Hamann als Sophie die Zerrissenheit ihrer Figur auf den Punkt bringt.

"Die Vierhändige" hat zwar durchaus einige Schwächen und setzt manches Mal zu sehr auf die Konventionen des Psychothrillers: Trotz all der flackernden Lichter, schrägen Perspektiven und einem bemühten Twist unterhält Kienles Film auf hohem Niveau und beweist eindrucksvoll, dass deutsches Kino doch mehr kann als nur romantische Komödien und Historiendramen.

Fazit: Oliver Kienles Psychothriller überzeugt durch eine stimmige Atmosphäre, gelungene Irritationen und zwei starke Hauptdarstellerinnen. "Die Vierhändige" setzt zwar vor allem gegen Ende zu sehr auf Genrekonventionen, das trübt das Vergnügen an diesem grimmigen Familiendrama um zwei traumatisierte Schwestern allerdings kaum.




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FBW: besonders wertvollWährend es im deutschen TV vor Krimis und Thrillern nur so wimmelt, nimmt sich der deutsche Kinofilm nur selten dieses Genres an und noch rarer sind dabei Psychothriller.

Ein herausragend konstruiertes Drehbuch lieferte die Grundlage für [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2017
Genre: Drama
Länge: 94 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 30.11.2017
Regie: Oliver Kienle
Darsteller: Frida-Lovisa Hamann als Sophie, Friederike Becht als Jessica, Christoph Letkowski als Martin
Verleih: Camino

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