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Kritik: Liliane Susewind - Ein tierisches Abenteuer (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Tanya Stewners Kinderbuchreihe um die Titelheldin Liliane Susewind hat es seit 2007 auf 20 Bände gebracht und erzählt ebenso charmant wie lehrreich vom Umgang der Menschen mit Tieren. In Joachim Masanneks ("Die Wilden Kerle", 2003) Verfilmung wird aus der harmlos-heiteren Vorlage für Grundschüler nun ein recht derber Spaß für Kinder. "Liliane Susewind – Ein tierisches Abenteuer" setzt nämlich im Vergleich zur Vorlage weniger auf informative Tiergeschichten, sondern auf albernen Slapstick und schräge Karikaturen.

Denn während die junge Hauptdarstellerin Malu Leicher die Protagonistin noch recht realistisch verkörpert, übertreiben ihre erwachsenen Kollegen maßlos. Das macht mitunter Spaß, etwa im Fall von Meret Beckers Auftritten als Zoodirektorin, schießt aber meistens weit übers Ziel hinaus. Masanneks Film kennt keine Zwischentöne, sondern feuert stets aus vollen Rohren – das mag in gewissen Momenten und bei der durchaus beeindruckenden Ausstattung funktionieren, auf Spielfilmlänge ermüdet dieses Konzept allerdings schnell.

So bleibt am Ende nicht viel mehr als eine ganze Reihe von Witzen unter der Gürtellinie, schlecht geschriebenen Dialogen und Auftritten zum Fremdschämen – gerade als Macher eines ausgelassenen Kinderfilms sollte man sein Publikum nicht unterschätzen und für dumm verkaufen, so wie es Masannek hier immer wieder tut. Zudem bleiben die zahlreichen tierischen (teilweise erstaunlich schlecht animierten) Figuren recht farblos und austauschbar – einer der attraktivsten Aspekte der Vorlage geht somit in dieser grellen Adaption vollkommen unter.

Fazit: Joachim Masanneks Verfilmung der gleichnamigen Kinderbuchreihe von Tanya Stewner feuert stets aus vollen Rohren und doch am Ziel vorbei. "Liliane Susewind – Ein tierisches Abenteuer" verliert sich nämlich rasch in albernem Slapstick und schrägen Karikaturen, der heitere Ton der Vorlage und die tierischen Figuren gehen im grellen Trubel vollkommen unter.




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