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The Square
The Square
© Alamode Film © Die FILMAgentinnen

Kritik: The Square (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Der Schwede Ruben Östlund, der etwa auch schon mit "Höhere Gewalt" (2014) ein hochinteressantes Werk vorlegte, wurde für "The Square" auf dem diesjährigen Festival de Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet – und dies völlig zu Recht: Sein Film ist eine clevere und bei aller Überspitzung stets treffende Satire auf das gesellschaftliche Mit- und Gegeneinander sowie insbesondere auf den Kunstbetrieb. Immer wieder gelingt es dem Drehbuch und der Inszenierung, spannungsreiche Konfliktsituationen zu erzeugen und kluge, nicht selten unangenehme Fragen nach Moral und Verantwortung zu stellen.

Der in Stockholm angesiedelte Film bringt die Kluft zwischen Arm und Reich mannigfaltig zur Anschauung – und widmet sich vor allem der Unfähigkeit der Privilegierten, damit umzugehen. "Wollen Sie ein Menschenleben retten?", werden die Leute auf der Straße vor dem Museum wiederholt gefragt – und versuchen zumeist, einfach wegzuhören, ebenso wie sie versuchen, die Obdachlosen zu ignorieren. In der Ausstellung im Museum muss man wählen, ob man seinen Mitmenschen vertraut oder nicht. Doch während die Behauptung, man vertraue ihnen, noch recht leicht fallen mag, wird man kurz darauf dazu aufgefordert, seine Wertsachen unbewacht zurückzulassen. In solchen Momenten entwickelt "The Square" eine ungemeine Kraft und ist zugleich ein großes, fieses Vergnügen; viele Szenen erinnern an Versuchsanordnungen und würden auch problemlos als Kurzfilme perfekt funktionieren. Zu den Höhepunkten zählt eine Performance-Art-Darbietung des Künstlers Oleg (Terry Notary) während eines Festbanketts, welche die betont kultivierte, zivilisierte Veranstaltung rabiat sprengt.

Der Däne Claes Bang spielt den distinguierten Protagonisten Christian mit einer optimalen Mischung aus Charisma und Oberflächlichkeit. Die Schwächen des souverän daherkommenden Kurators werden sichtbar; dennoch macht sich "The Square" nicht über die Figur lustig. Vielmehr lässt uns der Film darüber nachdenken, wie wir uns in Christians Lage verhalten würden – wobei man hier oft zu durchaus unschönen (Selbst-)Erkenntnissen gelangt. Hervorragend ist überdies Elisabeth Moss ("Mad Men", "The Handmaid's Tale") in einem im besten Sinne irritierenden Auftritt als Journalistin.

Fazit: Eine extrem komische und äußerst vielschichtige Satire – intelligent erzählt, reizvoll in Szene gesetzt und großartig gespielt.




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