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Kritik: Slender Man (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Schon im Frühjahr 2016 gab das produzierende Studio Sony bekannt, die Geschichte um den Online-Hype und den finsteren Tentakelmann verfilmen zu wollen. Rund ein Jahr später, im Sommer 2017, fiel dann die erste Klappe. Gedreht wurde im Juni und Juli in Ayer im US-Bundesstaat Massachusetts, die Produktionskosten beliefen sich auf rund 20 Millionen US-Dollar. Seinen Ursprung findet der Mythos in einem Online-Forum, in dem der User Eric Knudsen die Gestalt erstmals visualisierte. Von dort aus entwickelte sich der Slender Man zu einem weltweiten, fast ikonographischen Phänomen der Popkultur. Er tritt in Computerspielen auf, ist Mittelpunkt unzähliger YouTube-Videos und sogar Bücher gibt es mittlerweile über ihn.

Als Betrachter fragt man sich durchaus, für was eigentlich das für einen Horrorfilm doch recht üppige Budget ausgegeben wurde. Vermutlich für die Spezialeffekte, was man dem Film allerdings zu keiner Zeit ansieht. Die visuelle Umsetzung des Slender Man mit seinem spindeldürren, mageren Körper und den knochigen Fingern ist zwar weitestgehend gelungen, das Problem hier ist jedoch: Man sieht ihn viel zu selten richtig deutlich, um das abschließend und klar beurteilen zu können. Dies liegt weniger an der Verschleierung möglicherweise unrealistischer CGI-Effekte als vielmehr an der durchweg überzogen dunklen Bildsprache, die sich durch den gesamten Film zieht. Und leider dafür sorgt, dass man in viel zu vielen Szenen wenig bis fast nichts erkennt.

Der Horror spielt sich ja bekanntlich in den Köpfen des Betrachters ab, und wenn er etwas nicht zu sehen bekommt, verstört und verängstigt ihn das noch mehr – so die Ansicht vieler Fans, Horror-Filmer und Kritiker. Das Spiel mit der Andeutung und dem schleichenden Grauen. Die Dunkelheit als Nährboden für düstere Vorahnungen und blutigen Visionen. Dieser Effekt stellt sich in "Slender Man" jedoch nicht ein. Das beste Beispiel ist eine hektisch gefilmte Sequenz in einer Bücherei, in der die verwackelte Handkamera und die – im wahrsten Sinne – "finstere" Ausleuchtung des Geschehens, die Spannung Keim ersticken. Die (scheinbare) Unruhe und Nervosität beim Filmen machen das Spannungsmoment zunichte.

Auch sonst dominieren eine dämmrige Optik sowie undeutliche, verwaschene Bilder. Und auch die Dialoge sind misslungen - inhaltsleer, platt und wenig aussagekräftig. Immerhin kann der Film beim Sound und der musikalischen Untermalung Pluspunkte sammeln. Gerade die durch Mark und Bein gehenden Geräusche und furchteinflößenden Töne, wenn sich der Slender Man ankündigt (etwa das Knarzen eines Astes), sorgen für Gänsehaut. Letztlich ist dies aber zu wenig, damit der Film zumindest noch als Mittelmaß durchgeht.

Fazit: Wenn der Slender Man so unheimlich und gruselig ist, wie in diesem Teenie-Horror dargestellt, hat man von dem dürren Langfinger ohne Gesicht nichts zu befürchten: Langweilig und spannungsarm.




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