oder
Drei Engel für Charlie
Drei Engel für Charlie
© Sony Pictures

Kritik: Drei Engel für Charlie (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Alle Jahre wieder erfahren Kult-Serien der 70er- und 80er-Jahre eine Kino-Auswertung. Nun ist "3 Engel für Charlie" wieder einmal an der Reihe, nachdem im Jahr 2000 bereits eine Kino-Adaption unter der Regie von McG entstand. Das Remake wurde von Elizabeth Banks inszeniert, für die es nach "Pitch Perfect 2" der zweite Film als Regisseurin ist. Als Schauspielerin sah man die 45-Jähjrige in jüngerer Vergangenheit in so unterschiedlichen Produktionen wie "The Happytime Murders" (2017) oder "Brightburn" (2019).

Elizabeth Banks erweist sich als fähige Filmemacherin, die mit ihrer Variante von "Charlie‘s Angels" (so der Originaltitel von Serie und Film) einen zeitgemäßen, an die Sehgewohnheiten junger Menschen angepassten Mix aus Action, Thriller und Komödie macht. Und einen Film, der auf der großen Leinwand zudem höllisch gut und stylish aussieht. Dies verdankt Banks unter anderem den schicken Hochglanzbildern, mit denen sie zum Bespiel die vielen Schauplätze, berühmten Sehenswürdigkeiten sowie Handlungsorte präsentiert: Von Brasilien führt die Reise nämlich über Berlin und Hamburg bis nach Istanbul.

Als ebenso anmutige wie selbstbewusste und starke Agentinnen erweisen sich die drei Hauptdarstellerinnen als echten Gewinn. Scott, Balsinka und Stewart agieren mit großer Spielfreude und vollem Körpereinsatz. Die besten Momente kann Stewart auf sich verbuchen, die es als (im wahrsten Sinne) enorm schlagkräftig auftretender Engel mit jedem Bösewicht aufnimmt – und sich dafür meist höchst unkonventioneller, aber umso effektiverer Methoden bedient. Einen passenden Kontrast zur resoluten Figur der Sabina stellt Elena dar, die die spannendste Entwicklung durchmacht. Sie wird von der schüchternen, unscheinbaren jungen Frau, die sich von ihrem Chef herablassend behandeln lässt, zur souverän auftretenden, furchtlosen Kämpferin für das Gute.

Etwas übertrieben geraten die vielen Undercover-Einsätze und Verkleidungen, mit deren Hilfe die Engel in immer neue Rollen schlüpfen und ihre Agenten-Aktivitäten ausführen. Auch die Waffen und sonstigen technischen Gadgets wirken bisweilen etwas überzogen und unglaubwürdig. In diesen Situationen merkt man, dass Banks zu viel auf einmal will: nämlich das Beste aus "Mission: Impossible", "James Bond" und "Men in Black" miteinander vereinen. Etwas beliebig und austauschbar erscheinen zudem die Action-Szenen, von denen es insgesamt zu wenige gibt und die in vielen Fällen lediglich aus gelangweilt heruntergespulten Kämpfen bestehen.

Fazit: Trotz schwächelnder, belangloser Action-Szenen und übertriebener Ausstattung gelingt Elizabeth Banks mit ihrer Neufassung der legendären "Engel-Story" um drei selbstbewusste Ermittlerinnen ein kurzweiliger, spaßiger Blockbuster mit drei hinreißenden Hauptdarstellerinnen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.