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Was uns nicht umbringt (2018)

Episodische Tragikomödie: Ein Hamburger Psychotherapeut muss sich mit eigenen Problemen befassen, als er sich in eine Patientin verliebt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Der Therapeut Maximilian (August Zirner) hat eine Praxis in Hamburg. Zu den Menschen, die ihn dort aufsuchen, gehört der Pilot Fritz (Oliver Broumis), der seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann, seit sein aus Wyoming stammender, langjähriger Lebensgefährte Robert (Michael Ihnow) im Koma liegt. Auch das Geschwisterpaar Mark (Christian Berkel) und Henriette (Victoria Mayer), das ein Bestattungsunternehmen führt, hofft auf Maximilians Hilfe, da Henriette mehr und mehr von Gedanken an Krankheit und Tod eingenommen wird. Als die Geräusche-Künstlerin Sophie (Johanna ter Steege) wegen ihrer Spielsucht und ihrer unglücklichen Beziehung mit dem geschiedenen David (Peter Lohmeyer) auf Maximilians Couch Platz nimmt, entwickelt der Therapeut Gefühle für sie, die er nicht zulassen darf.

Maximilians Ex-Frau Loretta (Barbara Auer), die ein spätes Studium begonnen hat, muss derweil nicht nur Konflikte mit den gemeinsamen Töchtern Eleonor (Leonie Hämer) und Esther (Marie Jecke) lösen, sondern auch ihr Liebesverhältnis zu ihrem jüngeren Dozenten Fabian (David Rott) überdenken, da dieser plötzlich eine enge Bindung wünscht.

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Mit ihrer neuen Arbeit "Was uns nicht umbringt" knüpft die 1966 in Hamburg geborene Filmemacherin Sandra Nettelbeck ("Mr. Morgans letzte Liebe") an ihren großen Drehbuch- und Regie-Erfolg "Bella Martha" (2001) an. Der von August Zirner verkörperte Psychotherapeut Maximilian war darin bereits zu sehen, um der titelgebenden Protagonistin professionelle Hilfe zu leisten; nun wird er zum Zentrum einer episodisch erzählten Tragikomödie, in welcher die Balance zwischen Melancholie und Witz perfekt gelingt.

Dies liegt zum einen an Nettelbecks Talent für Figurenzeichnung und Dialoggestaltung. Die Biografien des Haupt- und Nebenpersonals werden nur angerissen; dennoch entstehen komplexe Charaktere in nachvollziehbaren Lebenswelten und mit spannungsreichen Beziehungen. Zum anderen ist dies der durchweg guten Besetzung der Rollen zu verdanken. August Zirner ("Pünktchen und Anton") verleiht seinem Part etwas äußerst Sympathisches; obendrein zeichnet sich das Zusammenspiel zwischen ihm und seinen Co-Stars – insbesondere Barbara Auer ("Nachtschicht") und der wunderbar ausdrucksvollen Niederländerin Johanna ter Steege ("Spurlos verschwunden") – durch stimmige Chemie aus. So spürt man beim Zuschauen etwa die Vertrautheit zwischen den Ex-Eheleuten Maximilian und Loretta oder das (ungewollte) Knistern zwischen dem Therapeuten und seiner Patientin Sophie. Trauer, Unzufriedenheit, der Kampf mit sich selbst und mit anderen – all diese Themen behandelt "Was uns nicht umbringt" mit dem nötigen Feingefühl; lediglich die musikalische Untermalung hätte an manchen Stellen etwas zurückhaltender ausfallen dürfen.

Zu den einnehmendsten Geschichten des Films zählen die Stränge um die früh verwitwete Schriftstellerin Isabelle (Deborah Kaufmann), die ihre eigene Beerdigung planen will, und um den Piloten Fritz (Oliver Broumis), der Abschied von seinem todkranken Lebensgefährten nehmen muss und dabei in Kontakt zu dessen Schwester Laurie (Lauren Lee Smith) kommt. Auch die sich anbahnende Liebe zwischen dem freundlichen Tierpfleger Hannes (Bjarne Mädel) und dessen Arbeitskollegin Sunny (Jenny Schily), die zu Autismus neigt, wird mit Herz und Verstand geschildert und dargeboten.

Fazit: Ein sensibel geschriebener Mix aus Tragik und Komik mit glaubhaften Figuren und einem hervorragenden Ensemble.




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Land: Deutschland
Jahr: 2018
Genre: Drama
Länge: 129 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 15.11.2018
Regie: Sandra Nettelbeck
Darsteller: Christian Berkel als Mark, Mark Waschke als Ben, Deborah Kaufmann als Isabelle
Verleih: Alamode Film

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