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Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen - Poster
Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen - Poster
© Warner Bros.

Deutsche Filmstarts: Eddie Redmayne zaubert wieder

Luca Guadagnino trägt "Suspiria" nach West-Berlin

Die Tage sind kurz, die Temperaturen erstmals winterlich - da lockt das Kino. Viele interessante Spielfilme starten in dieser Kinowoche in den deutschen Filmtheatern. Zuvorderst natürlich Hollywood mit dem nächsten "Phantastische Tierwesen"-Abenteuer für die ganze Familie. Aber auch Deutschland geht mit "Was uns nicht umbringt" und Italien mit "Suspiria" und "Loro" an den Start. Was lohnt den Kinobesuch? Und wann lässt man das Portemonnaie besser stecken?

"Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen"
Fantasy
USA
134 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Newt Scamander (Eddie Redmayne) begibt sich auf die Jagd nach dem bösen Magier Grindelwald (Johnny Depp), der die Macht über alle nichtmagischen Lebewesen erlangen will.

Fortsetzung zu dem ersten Ableger der "Harry Potter"-Reihe, "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" von 2016, die wieder von der englischen "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling geschrieben und dem englischen Regisseur David Yates inszeniert worden ist. Die Warner Brothers Pictures-Produktion ist technisch eindrucksvoll, die Handlung lässt demgegenüber allerdings schon zu wünschen übrig. Die Kritiken zum US-Fantasy-Film sind gemischt, die ersten Zuschauerreaktionen positiv.

Am begeistertsten ist unser Kritiker Björn Schneider - er vergibt die Höchstwertung: Fünf von fünf Sternen! Er schreibt: "Phantasievolle, großartig bebilderte Fortsetzung mit pfiffigen Fabelwesen, vielen interessanten menschlichen Nebenfiguren und einem bärenstarken Johnny Depp, der das Scamander-Universum mit einer gehörigen Portion Bedrohlichkeit und Finsternis speist."

"Night School"
Komödie
USA
111 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

Ein Schulabbrecher und Lebenskünstler (Kevin Hart) muss seinen Abschluss auf einer Abendschule nachholen – das ist jedoch schwieriger als gedacht.

Hauptdarsteller Kevin Hart ist einer von sechs (!) Drehbuchautoren dieser US-Komödie. Erstaunlich, dass ein halbes Dutzend Künstler nur einen so schwachen Ertrag erbringen konnte. Schwache Gags nach dem Gießkannenprinzip unterminieren die witzigen Stars Hart und Tiffany Haddish und die viel versprechende Ausgangslage. Die von Malcolm D. Lee ("Girls Trip") inszenierte Universal Pictures-Produktion ist in den USA ein Erfolg geworden, Kritiker und Zuschauer haben aber wenig Gutes über das Werk zu sagen gehabt.

Unser Rezensent Björn Schneider ist da noch milde: "Eine von einer einfach gestrickten, schemenhaften Handlung durchzogene Over the top-Komödie, die dank der spielfreudigen Darsteller für kurzweiliges Amüsement sorgt."

"Juliet, Naked"
Drama
Großbritannien
97 Minuten
FSK 0

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Eine Frau (Rose Byrne) verliebt sich in ausgerechnet den Musiker (Ethan Hawke), der das Idol ihres Mannes (Chris O'Dowd) ist.

Eine weitere Verfilmung eines Romans des englischen Autoren Nick Hornby - und eine der gelungenen. Der US-Regisseur Jesse Peretz ("Our Idiot Brother") hat das gleichnamige Buch aus dem Jahr 2009 mit einem allzu bekannten Handlungsbogen verfilmt. Die Prokino-Produktion profitiert aber von der charmanten Besetzung und hier insbesondere von den gut harmonierenden Rose Byrne und Ethan Hawke. Die Kritiken sind gut, die Zuschauerreaktionen verhaltener.

Unsere Kollegin Bianka Piringer rät zum Kartenkauf: "Regisseur Jesse Peretz lässt den trockenen, treffenden Humor Nick Hornbys gekonnt durchscheinen, wenn er über die Nöte der Charaktere erzählt, die Angst vor Veränderung haben. Dass es neben dem Beziehungsthema auch um das Spannungsverhältnis von Star-Ruhm und Weiterentwicklung von Künstler und Fans geht, verstärkt den Eindruck eines Unterhaltungsfilms mit Tiefgang."

"Was uns nicht umbringt"
Drama
Deutschland
128 Minuten
FSK 6

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Ein Psychotherapeut (August Zirner) muss sich nicht nur um seine schwermütigen Patienten kümmern, sondern auch um seine impulsive Ex-Frau (Barbara Auer) und seine pubertierenden Töchter (Leonie Hämer und Marie Jecke). Eines Tages verliebt er sich auch noch in eine Patientin (Johanna ter Stege).

Bei ihrem Spielfilmdebut "Bella Martha" im Jahr 2001 spielte August Zirner als Psychotherapeut noch eine Nebenrolle, diesmal hat die Hamburger Regisseurin und Drehbuchautorin Sandra Nettelbeck ("Mr. Morgan's Last Love") ihn in ihrem ersten Streifen seit fünf Jahren in den Mittelpunkt dieses glänzend besetzten Ensemble-Films gestellt. Das episodenhafte deutsche Drama überzeugt mit starken Szenen, hervorragenden Schauspielern und viel Wärme bei den kleinen Weisheiten über die Liebe. Die Alamode-Produktion hat gute Kritiken erhalten.

Zu den Fürsprechern gehört auch unser Kritiker Andreas Köhnemann: "Ein sensibel geschriebener Mix aus Tragik und Komik mit glaubhaften Figuren und einem hervorragenden Ensemble."

"Suspiria"
Horror
Italien
152 Minuten
FSK 16

Eine ehrgeizige junge Tänzerin (Dakota Johnson) heuert bei einem weltberühmten Tanz-Ensemble in West-Berlin an, hinter deren Kulissen sich merkwürdige Vorfälle häufen.

Es ist Regisseur Luca Guadagnino ("Call Me by Your Name") hoch anzurechnen, dass er - wenn er schon Dario Argento's gelungenes Original aus dem Jahr 1977 unbedingt neu verfilmen musste - nicht einfach nacherzählt, sondern die Geschichte in seiner Version mit eigenen Ideen und Assoziationen anreichern und neu beleben wollte. Die Frage ist, ob er dabei des Guten nicht zu viel getan hat. Sein Horrorfilm hämmert interessante Themen mit knallbunter Durchschlagskraft und waghalsig konfrontativ auf die Leinwand. Die Capelight Pictures-Produktion ist damit auf alle Fälle definitiv nichts für jeden Kinogänger - und auch die gemischten Kritikermeinungen zeigen das an. Die Zuschauerreaktionen sind überwiegend positiv.

Unser Rezensent Falk Straub urteilt differenziert: "Ein visuell überwältigender, über weite Strecken packend inszenierter Film, der seine anfängliche Wucht jedoch zusehends einbüßt, je mehr er seine Geschichte mit Nebenschauplätzen, unnötigen Handlungssträngen und viel zu viel Symbolgehalt überfrachtet."

"Assassination Nation"
Thriller
USA
108 Minuten
FSK 16

Als ein Hacker alle privaten Daten einer Kleinstadt offen legt, bricht Chaos aus. Eine Clique von Highschool-Mädchen wird dafür verantwortlich gemacht und muss bald um ihr Leben kämpfen.

Regisseur und Drehbuchautor Sam Levinson mischt in seinem US-Thriller Knalleffekte mit Gesellschaftskritik. Das geht nicht vollends auf, aber als schnittiger und dynamischer Streifen weiß die Universum-Produktion, die gemischte Kritiken und negative Publikumsreaktionen hervorgerufen hat, durchaus zu überzeugen.

Unser Kollege Björn Schneider urteilt: "Exzessiver, gesellschaftskritischer Mix aus Thriller-Drama, Horror und Medien-Satire, der mit seiner schrillen, überhöhten visuellen Umsetzung im Gedächtnis bleibt – mit der entfesselten Brutalität allerdings über die Stränge schlägt."

"Loro - Die Verführten"
Drama
Italien
157 Minuten
FSK 12

Der Stern des Politikers und Medienmoguls Silvio Berlusconi (Toni Servillo) sinkt. In seiner Luxusvilla brütet er bei Frauen, Koks und Partys über Plänen, wie er wieder an die Macht kommen könnte.

Nach Guilio Andreotti in "Il divo" von 2008 hat sich Regisseur und Drehbuchautor Paolo Sorrentino ("Ewige Jugend") mit diesem italienischen Drama ein weiteres Schwergewicht der italienischen Geschichte vorgenommen. Es gibt reichlich Bunga-bunga in diesem Bilderrausch, aber wenig erzählerische Substanz und keinen roten Faden. Die in Italien in zwei Filmen erzählte Handlung profitiert auf jeden Fall nicht in einer Zusammenballung auf einen Streifen. Die DCM-Produktion hat schlechte Kritiken erhalten und kommt bei den Zuschauern mäßig an.

Unser Kritiker Andreas Köhnemann empfiehlt mit Einschränkungen: "Eine filmische Darstellung Silvio Berlusconis – mit erzählerischen Schwächen, aber eindrücklichen Momenten, guten Schauspielleistungen und interessanten Bildideen."

Hier geht es zu den kompletten Filmstarts


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