VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Was uns nicht umbringt
Was uns nicht umbringt
© Alamode Film

Kritik: Was uns nicht umbringt (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit ihrer neuen Arbeit "Was uns nicht umbringt" knüpft die 1966 in Hamburg geborene Filmemacherin Sandra Nettelbeck ("Mr. Morgans letzte Liebe") an ihren großen Drehbuch- und Regie-Erfolg "Bella Martha" (2001) an. Der von August Zirner verkörperte Psychotherapeut Maximilian war darin bereits zu sehen, um der titelgebenden Protagonistin professionelle Hilfe zu leisten; nun wird er zum Zentrum einer episodisch erzählten Tragikomödie, in welcher die Balance zwischen Melancholie und Witz perfekt gelingt.

Dies liegt zum einen an Nettelbecks Talent für Figurenzeichnung und Dialoggestaltung. Die Biografien des Haupt- und Nebenpersonals werden nur angerissen; dennoch entstehen komplexe Charaktere in nachvollziehbaren Lebenswelten und mit spannungsreichen Beziehungen. Zum anderen ist dies der durchweg guten Besetzung der Rollen zu verdanken. August Zirner ("Pünktchen und Anton") verleiht seinem Part etwas äußerst Sympathisches; obendrein zeichnet sich das Zusammenspiel zwischen ihm und seinen Co-Stars – insbesondere Barbara Auer ("Nachtschicht") und der wunderbar ausdrucksvollen Niederländerin Johanna ter Steege ("Spurlos verschwunden") – durch stimmige Chemie aus. So spürt man beim Zuschauen etwa die Vertrautheit zwischen den Ex-Eheleuten Maximilian und Loretta oder das (ungewollte) Knistern zwischen dem Therapeuten und seiner Patientin Sophie. Trauer, Unzufriedenheit, der Kampf mit sich selbst und mit anderen – all diese Themen behandelt "Was uns nicht umbringt" mit dem nötigen Feingefühl; lediglich die musikalische Untermalung hätte an manchen Stellen etwas zurückhaltender ausfallen dürfen.

Zu den einnehmendsten Geschichten des Films zählen die Stränge um die früh verwitwete Schriftstellerin Isabelle (Deborah Kaufmann), die ihre eigene Beerdigung planen will, und um den Piloten Fritz (Oliver Broumis), der Abschied von seinem todkranken Lebensgefährten nehmen muss und dabei in Kontakt zu dessen Schwester Laurie (Lauren Lee Smith) kommt. Auch die sich anbahnende Liebe zwischen dem freundlichen Tierpfleger Hannes (Bjarne Mädel) und dessen Arbeitskollegin Sunny (Jenny Schily), die zu Autismus neigt, wird mit Herz und Verstand geschildert und dargeboten.

Fazit: Ein sensibel geschriebener Mix aus Tragik und Komik mit glaubhaften Figuren und einem hervorragenden Ensemble.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.