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Flitzer - Manchmal muss man mutig sein (2017)

Flitzer

Schweizer Komödie über einen Lehrer, der mit Sportwetten auf Fußball-Flitzer Geld verdient.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Baltasar Näf (Beat Schlatter) lebt als Deutschlehrer in einer schweizerischen Kleinstadt. Als Spendensammler für seine Schule hat er so viel Geld zusammenbekommen, dass er sich von dem üppigen Überschuss einen langersehnten Wunsch erfüllen will: ein Museum zu Ehren seines Lieblingsschriftstellers Gottfried Keller. Doch als der Schuldirektor erfährt, wie hoch der Überschuss ist, schwenkt er gemeinsam mit dem Lehrerkollegium um und will es in Kunstrasen für den Fußballsport investieren. Näf hebt in seiner Not das ganze Spendengeld von der Bank ab für eine abgekartete Sportwette, die sein Friseur Kushtrim (Bendrit Bajra) heimlich organisiert. Aber dann stört ein Flitzer den Torschützen und Näf verliert das ganze Geld.

Nun muss der Lehrer schauen, wie er das verzockte Geld schnell zurückbekommt, bevor der Direktor etwas merkt. Er schlägt dem Friseur vor, Wetten auf Flitzer abzuschließen, weil es doch auch ein Sport sei, so lange wie möglich den Ordnungskräften auf dem Spielfeld zu entwischen. Die neuen Wetten sind bei Kushtrims Kunden sehr gefragt, und weil der Bedarf an Flitzern so groß ist, rekrutiert Näf ein paar Interessenten und trainiert sie selbst für ihren Einsatz.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Ob eine Komödie lustig wird, entscheidet oft schon das Drehbuch. Regisseur Peter Luisi ("Der Sandmann") hat gemeinsam mit seinem Co-Autor Beat Schlatter, der auch den Hauptcharakter spielt, aus einer aberwitzigen Idee eine sehr vergnügliche Geschichte entwickelt. Mit Mut zu absurden Verkehrungen der Realität lässt sie eine Schar nackter Flitzer gegen König Fußball antreten – und die Sympathien der Zuschauer in den Stadien gewinnen. Statt nur das Match zu stören, werden sie selbst bald zum sportlichen Hauptereignis. Anstatt wie gewohnt Wetten auf langweilige Fußball-Regionalspiele abzuschließen, setzen finanzkräftige Zocker in der schweizerischen Stadt Baden lieber auf die Anzahl der Sekunden, die sich ein Flitzer frei auf dem Spielfeld bewegen kann. Aber natürlich treiben die Überraschungsauftritte dieser Störer, die der biedere Deutschlehrer Baltasar Näf heimlich organisiert, die Fußballfunktionäre zur Weißglut. Die für ihre Genauigkeit bekannte Polizeikommissarin Sandra Strebel (Dorothée Müggler) soll ermitteln.

Eine heitere, unbekümmert-überdrehte Spiellaune durchzieht die ganze Geschichte. Selbst Nebenhandlungen werden bis ins Detail humorvoll ausgeschmückt – von Näfs streberhafter Schülerin, die zugleich die Tochter der Polizistin ist, bis zu dem Migranten, der sich wahnsinnig freut, als Flitzer arbeiten zu dürfen, obwohl er zunächst gar nicht weiß, worauf er sich da einlässt. Oft scheint auch eine gute Portion Schweizer Bieder- und Spießigkeit durch, die der Film für seine Persiflagen nutzt. Der arme Näf, in unscheinbares Braun und Grau gekleidet, von den Schülern verlacht, vom Direktor ignoriert, steht als der Dumme da, der übervorteilt wird, weil er so brav ist. Selbst seine Tochter will sich in der Klasse nicht zu diesem Verlierer zu bekennen. Näf bleibt nur noch sein Idol Gottfried Keller, aber auch der scheint sich von ihm abzuwenden – zumindest in einem nächtlichen Angsttraum.

Aber der Erfolg seines heimlichen Unternehmens verwandelt Näf. Mit dem akribischen Training, das er seinen Flitzern in einer Scheune angedeihen lässt, hat er sogar Chancen, den Weltrekord in dieser inoffiziellen Sportart in die Schweiz zu holen. Wenn sich die Kommentatoren im Stadion und im Fernsehstudio dann immer mehr für die Flitzer begeistern, parodiert der Film die Fußballleidenschaft mit ihren eigenen Mitteln. Die Komödie besticht mit ihrem guten Timing und ihrem Ideenreichtum, vor allem aber empfiehlt sie sich als lohnende Kostprobe schweizerischen Humors.

Fazit: Ausgerechnet die Flitzer, die nackt auf das Spielfeld laufen, um ein Fußballmatch zu stören, mutieren in dieser fidelen schweizerischen Komödie zu den neuen Sporthelden der Nation. Indem er sich heimlich als Ausbilder von Flitzern betätigt, auf die Sportwetten abgeschlossen werden, wächst ein braver Deutschlehrer über sich selbst hinaus. Ideenreichtum, absurder Witz und die Lust am Schlachten heiliger Kühe zeichnen diese vergnügliche Geschichte aus.




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Land: Schweiz
Jahr: 2017
Genre: Komödie
Länge: 97 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 16.11.2017
Regie: Peter Luisi
Darsteller: Beat Schlatter als Balz Näf, Doro Müggler, Bendrit Bajra als Kushtrim
Verleih: X Verleih

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