oder

Wuff (2017)

Tierisch verliebt: romantische Komödie, in der Regisseur Detlev Buck Hunde und ihre Halter*innen ins Beziehungschaos stürzt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Redakteurin Ella (Emily Cox) schiebt Frust. Erst sticht ihr Freund und Kollege Oscar (Holger Stockhaus) sie bei einer Beförderung aus, dann tauscht er sie gegen eine neue Freundin (Stefanie Giesinger) ein. Zum Trost holt sie sich im Tierheim den traurigsten Hund der Welt. Der heißt Bozer und treibt sie über Umweg dem Förster Daniel (Kostja Ullmann) in die Arme. Doch auch ihre neue Beziehung ist nicht von Dauer. Zum Glück hat Ella ihre Freundinnen, bei denen sie sich ausweinen kann. Und auch die sind auf den Hund gekommen.

Die unglücklich verheiratete Cécile (Johanna Wokalek) hat Simpson als treuen Begleiter für ihren am Downsyndrom erkrankten Sohn ausgesucht. Ehemann Max kommt mit dem Berner Sennenhund jedoch überhaupt nicht klar und droht mit dem Auszug. Abhilfe sollen Übungsstunden bei Hundetrainerin Silke (Marie Burchard) schaffen. Doch die hat gerade ganz andere Sorgen, weil der Exfußballer Oli Simon (Frederick Lau) ihr die Geschäftsidee klaut und die Kunden abwirbt. Nur Freundin Lulu (Maite Kelly) steht auf Katzen.

Bildergalerie zum Film

Wuff - Folge dem Hund - v.l.n.r.: Produzentin Sonja...BozerWuff - Emily Cox und Kostja Ullmann im WaldWuff - Andrea WillsonWuff - Johanna Wokalek und Marie BäumerWuff - Frederick Lau Hundeschule ElfriedeWuff - Johanna Wokalek Zuhause


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Detlev Buck gönnt sich derzeit eine kleine Verschnaufpause vom Kinder- und Familienkino, bevor er seine Erfolgsreihe "Bibi & Tina" (2014-2017) im kommenden Jahr von der großen Leinwand auf die Mattscheibe transferiert. Zeit zum Luftholen bleibt seinem Publikum indes kaum welche. Auf die Gangstergroteske "Asphaltgorillas" folgt gerade einmal zwei Monate später die Liebeskomödie "Wuff". Beiden gemeinsam sind Bucks Witz und der beste Freund des Menschen, dem schon im vorangegangenen Film eine entscheidende Rolle zukam.

In "Wuff" nimmt die Spezies Hund, der Titel lässt es erahnen, die heimliche Hauptrolle ein. Die unterschiedlichen Kläffer verbinden nicht nur geschickt die Handlungsstränge der episodisch erzählten Geschichte, sie stehlen ihren Frauchen und Herrchen auch allenthalben die Schau, was nicht unbedingt für den Film spricht. Das liegt weniger am gut besetzten und solide aufspielenden Ensemble und mehr an deren Figuren. So gekonnt Drehbuchautorin Andrea Willson deren Wege auch kreuzt, so geschickt sie zumindest eine unerwartete Wendung aus dem Hut zaubert, die Charaktere und ihre Lebensumstände verharren allesamt im Klischee. Frustrierte und betrogene Frauen, die nicht ohne Liebe können, eingebildete Männer, die durch die Liebe zur Räson gebracht werden – das ist so simpel wie vorhersehbar.

Für eine Komödie ist das an sich noch kein Beinbruch, wenn denn der Humor stimmt. Doch den sucht man wie die Romantik meist vergebens. Willson und Buck setzen weder auf pointierte Dialoge noch auf Slapstick, was sich bei einer tierischen Komödie ja eigentlich anböte. Stattdessen gibt es Szenen, in denen das Verhalten der Hunde das ihrer Besitzer spiegelt und umgekehrt. Im Verbund mit einer Reihe Gastauftritte (Milan Peschel, Ferdinand von Schirach, Romano, u. a.), ein paar netten Tagträumen und dem üblichen gefühlsduseligen Bildrepertoire (Liebende im Regen, im Bett, vor Fenster und dem Kamin) bleibt das deutlich zu wenig, um richtig in Stimmung zu kommen.

So überambitioniert und aufgedreht "Asphaltgorillas" war, so routiniert und seicht ist "Wuff". War Erstgenannter wild und unerschrocken, aber auch grandios gescheitert, ist Letztgenannter zahm, ja geradezu schüchtern und scheitert damit ebenso. Immerhin sieht das dank Marc Achenbachs Kamera auch dieses Mal wieder fabelhaft aus.

Fazit: Detlev Buck lässt der Gangstergroteske "Asphaltgorillas" die Liebeskomödie "Wuff" folgen. War die eine zu überdreht, ist die andere viel zu seicht. Vorhersehbares Genrekino mit stereotypen Figuren, erwartbaren Situationen und deutlich zu wenig Komik und Romantik.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Wuff

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2017
Genre: Komödie
Länge: 109 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 25.10.2018
Regie: Detlev Buck
Darsteller: Emily Cox als Ella, Johanna Wokalek als Cécile, Marie Burchard als Silke
Verleih: DCM GmbH

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen

Halloween
News




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.