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Kritik: Wuff (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Detlev Buck gönnt sich derzeit eine kleine Verschnaufpause vom Kinder- und Familienkino, bevor er seine Erfolgsreihe "Bibi & Tina" (2014-2017) im kommenden Jahr von der großen Leinwand auf die Mattscheibe transferiert. Zeit zum Luftholen bleibt seinem Publikum indes kaum welche. Auf die Gangstergroteske "Asphaltgorillas" folgt gerade einmal zwei Monate später die Liebeskomödie "Wuff". Beiden gemeinsam sind Bucks Witz und der beste Freund des Menschen, dem schon im vorangegangenen Film eine entscheidende Rolle zukam.

In "Wuff" nimmt die Spezies Hund, der Titel lässt es erahnen, die heimliche Hauptrolle ein. Die unterschiedlichen Kläffer verbinden nicht nur geschickt die Handlungsstränge der episodisch erzählten Geschichte, sie stehlen ihren Frauchen und Herrchen auch allenthalben die Schau, was nicht unbedingt für den Film spricht. Das liegt weniger am gut besetzten und solide aufspielenden Ensemble und mehr an deren Figuren. So gekonnt Drehbuchautorin Andrea Willson deren Wege auch kreuzt, so geschickt sie zumindest eine unerwartete Wendung aus dem Hut zaubert, die Charaktere und ihre Lebensumstände verharren allesamt im Klischee. Frustrierte und betrogene Frauen, die nicht ohne Liebe können, eingebildete Männer, die durch die Liebe zur Räson gebracht werden – das ist so simpel wie vorhersehbar.

Für eine Komödie ist das an sich noch kein Beinbruch, wenn denn der Humor stimmt. Doch den sucht man wie die Romantik meist vergebens. Willson und Buck setzen weder auf pointierte Dialoge noch auf Slapstick, was sich bei einer tierischen Komödie ja eigentlich anböte. Stattdessen gibt es Szenen, in denen das Verhalten der Hunde das ihrer Besitzer spiegelt und umgekehrt. Im Verbund mit einer Reihe Gastauftritte (Milan Peschel, Ferdinand von Schirach, Romano, u. a.), ein paar netten Tagträumen und dem üblichen gefühlsduseligen Bildrepertoire (Liebende im Regen, im Bett, vor Fenster und dem Kamin) bleibt das deutlich zu wenig, um richtig in Stimmung zu kommen.

So überambitioniert und aufgedreht "Asphaltgorillas" war, so routiniert und seicht ist "Wuff". War Erstgenannter wild und unerschrocken, aber auch grandios gescheitert, ist Letztgenannter zahm, ja geradezu schüchtern und scheitert damit ebenso. Immerhin sieht das dank Marc Achenbachs Kamera auch dieses Mal wieder fabelhaft aus.

Fazit: Detlev Buck lässt der Gangstergroteske "Asphaltgorillas" die Liebeskomödie "Wuff" folgen. War die eine zu überdreht, ist die andere viel zu seicht. Vorhersehbares Genrekino mit stereotypen Figuren, erwartbaren Situationen und deutlich zu wenig Komik und Romantik.




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