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Kritik: The Death of Stalin (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der 1963 in Glasgow geborene Armando Iannucci bewies bereits mit "Kabinett außer Kontrolle" (2009) und der 2012 gestarteten Serie "Veep – Die Vizepräsidentin" sein beachtliches Talent für politische Satire. Während er sich darin mit den britischen und US-amerikanischen Staatsmächten befasste, nimmt er sich als Regisseur und Ko-Drehbuchautor von "The Death of Stalin" die (ohn-)mächtigen Männer der Sowjetunion in den 1950er Jahren vor. Basierend auf dem gleichnamigen Comic von Fabien Nury und Thierry Robin tragen die Mitglieder des Politbüros nach dem unerwarteten Ableben des Generalsekretärs Josef Stalin allerlei Fehden miteinander aus – und demonstrieren dabei nicht nur ihre korrupte und intrigante Seite, sondern mindestens ebenso deutlich ihre unermessliche Idiotie.

Wenn Iannucci das lächerliche Verhalten der Genossen beim Pläneschmieden, bei Abstimmungen oder auch im Privaten zeigt, ist das einerseits sehr komisch – dennoch lässt uns der Film nicht vergessen, dass es sich hier um bösartige und gefährliche Personen handelt, die an einem Terrorregime mitwirken. "The Death of Stalin" ist von galligem Humor durchdrungen – etwa wenn die Männer einen Arzt rufen wollen, um den sterbenden Diktator zu retten, und dann feststellen müssen, dass sie alle guten Ärzte wegen Hochverrats in Straf- und Arbeitslager verbannt oder umgebracht haben. Wie alle Politbüro-Mitglieder um das Erbe des vermeintlich "unersetzbaren" Tyrannen und Massenmörders schachern und Moskau in den Ausnahmezustand gerät, wird hochgradig absurd eingefangen.

Dass die satirische Gratwanderung gelingt, ist nicht zuletzt dem eindrücklichen Ensemble zu verdanken. Steve Buscemi ("Fargo") vermittelt überzeugend den Eifer von Nikita Chruschtschow, während der britische Theatermime Simon Russell Beale gekonnt die Durchtriebenheit von Lawrenti Beria verkörpert. Andrea Riseborough ("Oblivion") als Swetlana Stalin und Rupert Friend ("Hitman: Agent 47") als einfältiger Stalin-Sohn Wassili liefern herrlich überzeichnete Darstellungen; obendrein sind sämtliche Nebenrollen etwa mit Olga Kurylenko ("James Bond 007 – Ein Quantum Trost") oder Paddy Considine ("The World's End") hervorragend besetzt.

Fazit: Eine bitterböse Politsatire über die Lächerlichkeit und zugleich die Gefahr von Machtgier – wunderbar gespielt von Größen wie Steve Buscemi und Simon Russell Beale.




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