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The Death of Stalin
The Death of Stalin
© Concorde

Deutsche Filmstarts: Galgenhumor bei "The Death of Stalin"

"Jim Knopf"-Adaption von Dennis Gansel sehenswert

In der Osterwoche kommt ein buntes Programm aus Übersee, von der Insel und aus hiesigen Landen in die bundesdeutschen Kinos. Der schottische Filmemacher Armando Ianucci bringt seinen bewährten messerscharfen Humor diesmal für die Stalin-Ära in Anschlag, während Dennis Gansel eine Realfilmversion von Michael Ende's "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" vorlegt. Comedian Bülent Ceylan übernimmt erstmals eine Hauptrolle, und Steven Soderbergh hat einen Film auf einem iPhone gedreht. Dazu kommen Dramen mit Ben Stiller und Colin Firth. Was lohnt den Kinobesuch? Und wann lässt man das Portemonnaie besser stecken?

"The Death of Stalin"

Komödie
Großbritannien
107 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Britische Komödie über die letzten Tage des sowjetischen Diktators Josef Stalin (Adrian McLoughlin) und den Machtkampf um seine Nachfolge. Der schottische Regisseur und Drehbuchautor Armando Iannucci lässt seinen zweiten Spielfilm nach "In the Loop" ("Kabinett außer Kontrolle") wieder von politischen Rankünen handeln, wobei er sich mit der Sowjetunion des Jahres 1953 ein wesentlich heikleres Terrain ausgesucht hat. Die Concorde-Produktion zeigt den Filmemacher in ausgelassener Form, aber hier bleibt einem das Lachen oft im Halse stecken, denn diese Trottel in Amt und Würden sind gleichzeitig auch vieler Verbrechen schuldig.

Den Russen war diese bitterböse Politsatire zu viel; der Kreml ließ die Aufführung verbieten. Bei den Britischen Filmpreisen war der durch die Bank von der Kritik gepriesene Streifen als "Bester britischer Film" und für das "Beste Drehbuch" nominiert. Auch unser Kritiker Andreas Köhnemann rät zum Kartenkauf: "Ein bitterböser Film über die Lächerlichkeit und zugleich die Gefahr von Machtgier – wunderbar gespielt von Größen wie Steve Buscemi und Simon Russell Beale."

"Unsane - Ausgeliefert"
Thriller
USA
98 Minuten
FSK 16

US-Thriller über eine junge Frau (Claire Foy), die vom Psychoterror eines Stalkers (Joshua Leonard) traumatisiert ist. Als sie sich durch eine Unachtsamkeit selbst in die Psychiatrie einweist, versucht sie verzweifelt, wieder freizukommen. Zudem scheint auf einmal auch ihr Stalker in der Klinik zu arbeiten...

Steven Soderbergh ("Ocean's Eleven") hat hier seinem inneren B-Movie-Maestro freie Bahn gelassen und einer bekannten Thriller-Masche einen spannenden und beklemmenden HighTech-Spin verpasste. Die 20th Century Fox-Produktion wurde für einen Appel und ein Ei produziert und auf einen iPhone photographiert. Während die Kritiker sehr angetan sind, fallen die Zuschauerreaktionen deutlich verhaltener aus. Und auf deren Seite steht auch unser Rezensent Christopher Diekhaus: "Formal experimentelles, inhaltlich aber ausgelutschtes und ermüdendes Katz-und-Maus-Spiel ohne psychologischen Tiefgang."

"Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer"
Abenteuer
Deutschland
109 Minuten
FSK 0

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Deutscher Abenteuerfilm und Verfilmung des Kinderbuch-Klassikers von Michael Ende aus dem Jahr 1960: Der kleine Jim Knopf (Solomon Gordon) lebt auf der winzigen Insel Lummerland. Eines Tages begibt er sich mit seinem Ziehvater, dem Lokomotivführer Lukas (Henning Baum), auf eine abenteuerliche Reise, in deren Verlauf sie eine Prinzessin (Leighanne Esperanzate) aus einer Drachenstadt befreien.

Dennis Gansel ("Mechanic: Resurrection") hat den Stoff als Realverfilmung angepackt, von dem sich wahrscheinlich jeder Zuschauer schon mal ein Bild durch die klassische Fernsehserie der Augsburger Pupperkiste gemacht hat. Das Format passt wahrscheinlich auch besser zu der Verfilmung, denn die Warner Brothers Pictures-Adaption erstarrt wie einige die "Harry Potter"-Verfilmungen in Ehrfurcht vor dem Ausgangsmaterial und versucht, alle Details und Handlungspunkte unterzubringen, was teilweise zu einem gehetzten Erzähltempo führt. Aber davon abgesehen überzeugt das Werk als liebe- und phantasievolles Abenteuer, das moderne Tricktechnik, ein mit 25 Millionen Euro stattliches Budget und feine Figurenzeichnung gut austariert.

"Im Zweifel glücklich"
Drama
USA
102 Minuten
FSK 0

US-Drama über einen Mann (Ben Stiller) Ende Vierzig, der sich durch Vergleiche mit den Karrieren seiner Kommilitonen immer mehr als Versager fühlt. Erst eine Reise mit seinem 17-jährigen Sohn (Austin Abrams) macht ihm bewusst, wie glücklich er sich schätzen kann. Regisseur und Drehbuchautor Mike White, der im letzten Jahr als Autor eher berüchtigt denn berühmt geworden ist durch seine zwei Skripts zu "The Emoji Movie" und "Pitch Perfect 3", rehabilitiert sich mit dieser Weltkino-Produktion, die ihre wenig originelle Handlung durch einsichtsvolle Beobachtungen und das anrührende Zusammenspiel zwischen Austin Abrams und Ben Stiller aufwertet. "Brad's Status" - so der Originaltitel - hat hervorragende Kritiken erhalten, während die Zuschauerresonanz mau ist.

"Vor uns das Meer"

Drama
Großbritannien
102 Minuten
FSK 6

Britisches Drama nach wahren Begebenheiten: Der englische Hobby-Segler Donald Crowhurst (Colin Firth) nimmt 1968 an einer Solo-Regatta um die Welt teil. Bald aber zeigt sich, dass er und sein Boot der Wucht der Elemente nicht gewachsen sind. Eine Geschichte aus der Schublade "unglaublich, aber wahr", die der englische Regisseur James Marsh hier erzählt, der mit seiner Erfahrung als Dokumentarfilmer ("Man on a Wire") und Filmbiograph ("Die Entdeckung der Unendlichkeit") genau die richtige Wahl für den Stoff scheint.

Aber während die Studiocanal-Produktion ein intelligentes und auch durchaus unbehagliches Sehvergnügen ausbreitet, kommt sie auch seltsam schwunglos und allzu verhalten daher. Die Kritiken für "The Mercy" - so der Originaltitel - sind freundlich, die Zuschauermeinungen wesentlich negativer. Unser Kollege Björn Schneider kommt zu einem ausgewogenen Urteil: "Emotionaler und spannender Film mit einem konsequent gegen sein Image besetzten Colin Firth, der eine brillante Leistung abliefert. Leider ist der Charakter seiner Hauptfigur derart extrem und mit überzogen schwankendem Gemüt ausgestattet, dass diese als Identifikationsfigur nur bedingt taugt."

"Verpiss Dich, Schneewittchen!"
Komödie
Deutschland
87 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

Deutsche Komödie über einen Mann (Bülent Ceylan), der versucht, seinen Job als Bademeister in einem türkischen Bad hinter sich zu lassen, indem er an einem Band-Wettbewerb teilnimmt. Comedy-Stars im Film, das ist so eine Sache. Was in einer Fernseh-Show oder einem Bühnenprogramm funktioniert, muss nicht auch gleich einen Spielfilm tragen. Es braucht eine Handlung, Schauspieler, Inszenierung und - oh weh! Hier kommt einem der alte Ausdruck von der "Stimmungskanone, mit der auf Spatzenhirne geschossen wird", in den Sinn. Eine filmische Vollkatastrophe ist die Constantin-Produktion von Regisseur und Drehbuchautor Cüneyt Kaya ("Ummah - Unter Freunden") geworden, ein unlustiger Klamauk mit Gastauftritten von Leuten, über die man schon im Fernsehen und auf der Bühne nicht lachen konnte.

Unsere Kritikerin Bianka Piringer verhängt die Höchststrafe: Einer von fünf Sternen! Sie schreibt: "Keine Sternstunde der Filmkunst. Dabei verfügt die Geschichte punktuell durchaus über Humor, vor allem wenn sie demonstriert, wie sich ein deutscher Kleinbürger in eine türkische Hamam-Gemeinschaft integriert. Aber die Handlung, die wie aus lauter Sketchen zusammengestückelt wirkt, entwickelt keinen funktionierenden Spannungsbogen, und die Charaktere ähneln Marionetten."

Hier geht es zu den kompletten Filmstarts


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