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Luis & die Aliens
Luis & die Aliens
© 20th Century Fox © Majestic Filmverleih GmbH

Kritik: Luis & Die Aliens (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die Zwillinge Wolfgang und Christoph Lauenstein, die nicht nur Animationsfilme inszenieren, sondern auch Drehbücher verfassen, sind bereits seit fast drei Jahrzehnten in der Branche. Dennoch legen sie mit "Luis und die Aliens" erst jetzt ihr Langfilmdebüt vor. Zuvor drehten sie vor allem Werbe-Trickfilme sowie animierte Kurzfilme, und das mit Erfolg. Mit ihrem Animations-Kurzfilm "Balance" gewannen die Beiden 1990 den Oscar. Für "Luis und die Aliens" arbeiteten sie mit dem Produktionsstudio Rakete zusammen, das unter anderem für Trick-Späße wie "Uuups! Die Arche ist weg" verantwortlich zeichnet.

Obwohl die Animationen nicht ganz an die Pracht und Brillanz der Pixar-Werke heranreichen, gelingt den Lauensteins ein ulkiges, kurzweiliges Trick-Abenteuer für jede Altersgruppe. Die Jüngsten werden sich in erster Linie an dem frechen Humor der drei sympathischen Aliens erfreuen, die ordentlich Trubel in Luis' Leben bringen – und damit gehörig komödiantischen Schwung in den Film. Der Humor pendelt dabei stets gekonnt zwischen ironischem Wortwitz und körperbetontem Slapstick (Stichwort: Staubsauger).

Darüber hinaus macht es "Luis und die Aliens" den kleinen Zuschauern leicht, weil die Story einfach und simpel gestrickt ist. Dazu gesellt sich mit Luis eine intelligente, mutige Hauptfigur, die sich als Identifikationsfigur ganz wunderbar eignet. Wunderbar und enorm wichtig, unabhängig vom Alter der Zuschauer, ist zudem die zentrale Botschaft des Films. Gerade in Zeiten des um sich greifenden Fremdenhasses im Allgemeinen und des wachsenden Antisemitismus im Besonderen - nicht alles Fremde ist böswillig oder gefährlich. Es lohnt durchaus, sich dem Unbekannten anzunehmen.

Die etwas älteren Kinobesucher und Erwachsenen kommen im Gegenzug bei den intelligenten Anspielungen auf unseren westlichen Lebensstil auf ihre Kosten. Egal ob es das unbedingte Verlangen nach einem bestimmten Konsumgut wie die Massagematte oder der nach absoluter Ordnung und Sauberkeit verlangende Putzfimmel von Luis' Nachbarn ist – den Machern den Films gelingen an dieser Stelle tolle Verweise und schwarzhumorige Seitenhiebe auf unsere oberflächliche Konsumgesellschaft.

Fazit: Auch wenn die Optik nicht ganz so beeindruckend daherkommt wie in den visuell prachtvollen Werken der Dreamworks- und Pixar-Konkurrenz: "Luis und die Aliens" ist ein intelligenter, hintersinniger Animation-Spaß für Jung und Alt, der gerade mit seinem vielschichtigen Humor punktet.




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