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Film Stars Don't Die in Liverpool
Film Stars Don't Die in Liverpool
© Sony Pictures

Kritik: Film Stars Don't Die in Liverpool (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Film Stars Don't Die in Liverpool" ist eine Verfilmung der Memoiren von Peter Turner, in denen dieser seine Liebesbeziehung zur Hollywood-Schauspielerin Gloria Grahame (1923-1981) schildert. Die beiden lernten sich Ende der 1970er Jahre in Turners Heimat – der titelgebenden Stadt in England – kennen, als Grahame dort einem Theaterengagement nachging. Für das Melodram "Stadt der Illusionen" hatte Grahame 1953 einen Oscar als beste Nebendarstellerin erhalten; sie hatte mit Regisseuren wie Fritz Lang sowie mit Stars wie Robert Mitchum und Humphrey Bogart zusammengearbeitet – war nach dem Ende der Classical-Hollywood-Phase jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten. Der 1952 geborene Turner war hingegen zu dem Zeitpunkt, als die beiden sich trafen, ein junger Schauspieler, der auf seinen Durchbruch hoffte.

Nach einem Drehbuch von Matt Greenhalgh ("Control", "Nowhere Boy") hat Paul McGuigan ("Lucky Number Slevin") die Erinnerungen von Turner in Szene gesetzt – und schafft es dabei, die unterschiedlichen Zeitebenen der Erzählung auf audiovisueller Ebene sehr elegant miteinander zu verweben. Während die Gegenwart der Figuren – das Jahr 1981, in welchem Gloria bereits schwer krank ist, bis sie schließlich im Oktober verstirbt – mit schmerzvollen Momenten behaftet ist, atmen die Erinnerungen an das Kennenlernen sowie an die glückliche gemeinsame Zeit den Geist des glamourös-unwirklichen Hollywood-Kinos, insbesondere ein Besuch von Peter in Kalifornien samt Sonnenuntergang am Strand. Die Melancholie, die sich nicht zuletzt aus diesem Gegensatz ergibt, erreicht ihren berührenden Höhepunkt, als Gloria und Peter auf der Bühne des leeren Stadttheaters einen Dialog aus "Romeo und Julia" rezitieren.

Jamie Bell ("Billy Elliot – I Will Dance", "Snowpiercer") und Annette Bening ("American Beauty", "The Kids Are All Right") können als Paar überzeugen – sowohl in den unbeschwert-witzigen Passagen, etwa wenn Gloria und Peter beim ersten Treffen betrunken miteinander in Glorias Hotelzimmer tanzen oder wenn sie sich beim ersten Kino-Date ausgerechnet "Alien" ansehen, als auch in den traurigen Sequenzen, die sich mit Trennung, Angst und Tod befassen. Schön ist zudem, dass Bell erneut mit seiner "Billy Elliot"-Kollegin Julie Walters – diesmal als Mutter statt als Tanzlehrerin – auf der Leinwand zu sehen ist.

Fazit: Ein stilvoll gefilmtes Liebesdrama, das den Anfang, die Entwicklung und das Ende einer Beziehung in gelungener Verschachtelung erzählt. Das Spiel des zentralen Duos Bell und Bening ist mitreißend.




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