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Kritik: Catch me! (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Catch me" beruht auf der wahren Begebenheit einer Gruppe von Freunden aus Washington, die sich seit Jahrzehnten einmal jährlich zum Fangen spielen trifft. Sogar renommierte Medien und Publikationen wie das Wall Street Journal und der Guardian berichteten über die Freunde und ihr "besonderes" Hobby. Gedreht wurde die 30-Millionen-Dollar Produktion im Sommer 2017 in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Schon kurz nach Beginn der Dreharbeiten, brach sich Jeremy Renner beide Arme. Der Dreh konnte jedoch fortgesetzt werden, da seine – grün eingefärbten – Gipse später am Rechner entfernt und seine Arme durch CGI hinzugefügt werden konnten.

Eine Gruppe erwachsener Männer zwischen 40 und 50 Jahren, die auch im reifen Alter nichts lieber macht als Fangen zu spielen – diese Idee soll einen ganzen Film tragen? Zugegeben: Die Story von "Catch me" ist derart dünn und hanebüchen, dass man sich durchaus fragt, wie man mit einem solchen Drehbuch überhaupt ein produzierendes Filmstudio finden konnte. Und spätestens nach der Hälfte nutzt sich das Grundprinzip dann auch gehörig ab. Selbst wenn hinter der scheinbar so simplen und einfach gestrickten Story mehr Tiefgang, Themen und Botschaften stecken als zunächst angenommen (Zusammenhalt, der Wert von Freundschaft, Bewahrung der Unschuld und das Recht darauf, als Erwachsener Spaß haben und mal "Kind" sein zu dürfen).

Dass "Catch me" als drolliges, sympathisches Feel-Good-Movie dennoch funktioniert, liegt in erster Linie am sich selbst nicht zu ernst nehmenden Cast, der mit kindlicher Freude und Energie jede noch so abstruse Idee beim Spielen umsetzt. Und an den vielen spaßigen, actionreichen Varianten vom Fangen spielen, die Regisseur Jeff Tomsic dynamisch und rasant inszeniert. Bei den Verfolgungen und im Moment des Abschlagens, nutzt er zudem geschickt und an klug gewählten Stellen immer wieder Zeitlupe, um das Spiel und deren Teilnehmer zu ironisieren. Denn "Catch me" versteht sich durchaus als Parodie und freche Anspielung auf die (ernst gemeinte) Action und endlosen Verfolgungsjagden in Spionagefilmen.

Desweiteren ist der Film durchzogen von schrägen Slapstick-Momenten und den unmöglichsten Situationen und Augenblicken, in denen die Kindsköpfe ihr temporeiches Spiel aufrecht erhalten, z.B. auf Beerdigungen oder im OP-Saal. Außerdem entschädigt allein schon der Abspann für die etwas dröge zweite Filmhälfte.

Fazit: Catch me if you can – Wer das unsinnige, naive Treiben auf der Leinwand nicht zu ernst nimmt, erlebt 100 schräge, heitere und enorm temporeiche Minuten.




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