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303 (2018)

Roadmovie: Zwei junge Studierende reisen durch Europa und kommen sich dabei langsam näher.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.4 / 5

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Die Biologiestudentin Jule (Mala Emde) und der Politikwissenschaftsstudent Jan (Anton Spieker) sind beide 24 Jahre alt und wohnen in Berlin. Sie ist gerade durch ihre Biochemie-Prüfung gefallen; er hat zum Semesterende erfahren, dass er ein angestrebtes Stipendium nicht erhalten wird. Beide entschließen sich zu einer Reise: Jule will mit ihrem Mercedes-303-Wohnmobil nach Portugal fahren, um dort ihrem Freund, der an seiner Doktorarbeit schreibt, mitzuteilen, dass sie schwanger von ihm ist; Jan möchte indes seinen leiblichen Vater in Nordspanien besuchen, von dessen Existenz er die ersten 17 Jahre seines Lebens nichts wusste.

Als Jan von seiner Mitfahrgelegenheit versetzt wird, fragt er sich an einer Tankstelle durch, ob ihn jemand bis nach Köln mitnehmen kann, wo er mit dem Bus weiterreisen will. So begegnet er Jule. Bereits nach wenigen gemeinsamen Minuten im fahrenden Wohnmobil geraten die beiden jedoch in einen Streit, weshalb Jan bald wieder aussteigen muss. Als das Duo später auf einer nächtlichen Raststätte erneut aufeinandertrifft und Jan Jule in einer bedrohlichen Situation hilft, setzt sich die Reise zu zweit schließlich fort. Durch viele Gespräche findet dabei eine allmähliche Annäherung statt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

In "303" schildert der Filmemacher Hans Weingartner ("Die fetten Jahre sind vorbei", "Die Summe meiner einzelnen Teile") einen Europa-Trip zweier twentysomethings in einem alten Wohnmobil. Die Fahrt des Duos, die über Autobahnstrecken und Landstraßen von Berlin nach Köln und schließlich über die Landesgrenzen hinaus nach Belgien, Frankreich, Spanien und Portugal führt, hat etwas angenehm Entschleunigtes: Während das Reisen durch Billigflüge schneller und das Kennenlernen durch Dating-Apps (vermeintlich) effizienter geworden ist, gesteht das Werk sowohl der Fortbewegung als auch der Romantik die nötige Zeit zu. "Zeit haben zur Liebe" (wie es in einem vorangestellten Rainer-Maria-Rilke-Zitat heißt) – diesen Luxus erlaubt sich das 145-minütige Zwei-Personen-Kinostück und wirkt dabei zu keiner Sekunde langatmig.

Das Skript, welches Weingartner zusammen mit Silke Eggert verfasst hat, wartet in den Dialogen zwischen den Hauptfiguren Jan und Jule mit zahlreichen Themen auf. Es geht um Suizid, um Kapitalismus und Kommunismus, um Evolution, Liebe und Sex. Gewiss muten die Gespräche der beiden Studierenden oft etwas zu ausgefeilt an, um noch als spontane Wortwechsel zwischen zwei Menschen Mitte 20 durchzugehen. Dennoch gelingt es zumeist, das Ganze nicht zu abstrakt werden zu lassen.

Neben den einnehmenden Bildern, die der Regisseur zusammen mit den Kameramännern Sebastian Lempe und Mario Krause findet, ist dies nicht zuletzt dem zentralen Schauspiel-Paar zu verdanken. Mala Emde ("Wir töten Stella") und Anton Spieker ("Von jetzt an kein Zurück") schaffen es nicht nur, perfekt miteinander zu (dis-)harmonieren; sie verleihen zudem jedem Diskurs – sei es über die Forschung von Charles Darwin oder über chemische Vorgänge im menschlichen Körper – etwas Natürliches. Das klug-unterhaltsame Debattieren der beiden Figuren erinnert an Richard Linklaters dialogstarke Arbeit "Before Sunrise" (1995), bei welcher Weingartner einst als Produktionsassistent tätig war.

Fazit: Ein Film, der sich Zeit nimmt – fürs Philosophieren und Diskutieren, für das Reisen und die Romantik. Das Duo Mala Emde und Anton Spieker spielt hinreißend.




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Land: Deutschland
Jahr: 2018
Genre: Drama, Komödie
Länge: 145 Minuten
Kinostart: 19.07.2018
Regie: Hans Weingartner
Darsteller: Mala Emde als Jule, Anton Spieker als Jan, Arndt Schwering-Sohnrey
Verleih: Alamode Film

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