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Frau Mutter Tier
Frau Mutter Tier
© Zorro Film © 24 Bilder

Kritik: Frau Mutter Tier (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Drei unterschiedliche Frauen stehen im Mittelpunkt dieses Episodenfilms der Regisseurin Felicitas Darschin. Er will auf humorvoll unterhaltsame Weise ausloten, mit welchen Alltagsproblemen sich Mütter heute so herumschlagen müssen. Das Drehbuch von Alexandra Helmig, die auch die Rolle der Nela spielt, und von Rudi Gaul basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Helmig. Mag sein, dass dieser Reigen typischer Szenen aus dem modernen Familienleben auf der Bühne funktioniert. Der Spielfilm jedoch wirkt klischeelastig, obwohl er doch frisch und auf der Höhe der Zeit sein möchte.

Von Anfang an bekommt man das Gefühl, dass die Frauen in diesem Film keine gravierenden Probleme haben. Aber wohin die Reise geht, ob in Richtung Komödie oder Drama, ist nicht ganz klar. Marie und eine Reihe anderer Mütter hocken täglich auf dem Spielplatz und vor der Kita, um über Dinkelkekse ohne Ei und solche Dinge zu reden. Ist das heute noch so, gehen nicht die meisten Mütter inzwischen arbeiten? Und ist es auch immer noch so, dass sowohl Nur-Hausfrauen, als auch berufstätige Mütter in ihrem Umfeld schief angesehen werden, weil sie ihr Leben nicht richtig führen? Wie dem auch sei, die Spielplatzgespräche werden vom Drehbuch selbst bespöttelt, als überkandidelt und Ausdruck eines gnadenlosen Gruppendrucks.

Nela kämpft darum, dass ihre Arbeit nicht unter ihrer Mutterschaft leidet, vor allem aber kämpft sie gegen die Schwiegermutter. Ist das neu? Dass Großmütter helfend einspringen, gilt in der Gesellschaft irgendwie als verpönt. Sie sind also auch in diesem Film auf die Funktion von Problemverursacherinnen abonniert, alles was sie sagen oder nicht sagen, raubt ihren Töchtern und Schwiegertöchtern den letzten Nerv. Es gibt kaum eine Szene in dieser Geschichte, die einem nicht das Gefühl geben würde, man hätte etwas Ähnliches schon oft gehört oder gesehen.

Weil sich diese wenig interessanten Probleme dann auch noch rasch in den Rahmen einer Wohlfühlkomödie einfügen müssen, wirken die zum Teil namhaften DarstellerInnen regelrecht unterfordert. Klischeehaft gerät auch das Münchenbild. Einmal mehr muss die Stadt als Schauplatz saturierten Wohlstands herhalten, eine merkwürdige Idylle transportieren, in der urbaner Zeitgeist auf ein friedliches Ambiente trifft, das an eine Kleinstadt denken lässt. Die Handlung wird immer wieder unterbrochen von Aufnahmen, in denen Frauen in Zeitlupe in die Höhe springen – wohl um zu betonen, dass es um Selbstverwirklichung oder so geht. Dieser Film ist leider langweilig geworden.

Fazit: Die Komödie von Regisseurin Felicitas Darschin will Unterhaltung mit Wohlfühlcharakter bieten, hat aber nichts Neues zum Thema Mutterschaft zu sagen. Der Stress mit den eigenen Ansprüchen, mit der Vereinbarkeit von Job und Familie, mit der Kinderbetreuung macht den drei Frauen des Episodenfilms zu schaffen, langweilt aber das Publikum, das solche Dinge schon kennt. Auch die Dialoge und der Humor verlassen sich auf Klischees.




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