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Kritik: SuperFly (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der 1975 in Toronto geborene Director X alias Julien Christian Lutz hat (oft unter dem Namen Little X) bereits zahlreiche Musikvideos in Szene gesetzt – etwa von Usher, Alicia Keys, Sean Paul und Nelly Furtado. Doch auch Serienepisoden und Spielfilme finden sich in seiner Vita. Mit "SuperFly" liefert er, nach einem Skript von Alex Tse, ein Remake des gleichnamigen Blaxploitation-Streifens von Gordon Parks Jr. aus dem Jahre 1972. Der dreckige Low-Budget-Look des Originals ist dabei einer Hochglanz-Optik gewichen; zudem gibt es mehr Schießereien, Blut und Explosionen.

Der Plot um einen Gangster, der ein letztes Mal aktiv wird, ehe er sich gänzlich aus dem kriminellen Geschäft zurückziehen will, ist äußerst konventionell und daher auch recht vorhersehbar. Der Film von Parks Jr. machte dies vor allem durch seine urbanen Bilder des winterlichen New Yorks sowie durch den Soundtrack und die Sprüche der Hauptfigur wett. Die Version von Director X zeigt den neuen Schauplatz Atlanta als gefährlichen Asphalt-Dschungel und konzentriert sich auf exzessive Partys in Clubs, Fahrten in Luxusautos sowie auf nackte Haut und plötzliche Gewaltausbrüche. Der Regisseur beweist darin zwar, dass er temporeich inszenieren kann, allerdings fehlt dem Werk eine individuelle Handschrift.

Hauptdarsteller Trevor Jackson ("Grown-ish") verfügt bedauerlicherweise nicht über das Charisma seines Vorgängers Ron O'Neal; als Protagonist bleibt er seltsam blass. Das übrige Schauspiel-Team – allen voran Jason Mitchell ("Straight Outta Compton"), Michael Kenneth Williams ("The Wire") und Jennifer Morrison ("Dr. House") – agiert größtenteils durchaus souverän; insgesamt fällt die Zeichnung des Personals aber nicht interessant genug aus.

Fazit: Ein durchweg oberflächlich gestaltetes Gangsterfilm-Remake ohne den Charme des Originals, mit reizlosem Helden und durchschnittlichen Actionsequenzen.




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