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Kritik: Ostwind - Aris Ankunft (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Aris Ankunft" ist nach "Ostwind", "Ostwind 2" und "Aufbruch nach Ora" bereits der vierte Teil der "Ostwind"-Filmreihe. Seit 2013 hält der Hype um den schwarzen Hengst an, der regelmäßig weit über 500 000 Besucher in die deutschen Kinos lockt - den ersten Teil sahen 820 000 Besucher. Inszeniert wurde "Aris Ankunft" von der aus Bonn stammenden Regisseurin Theresa von Eltz, die bisher vor allem fürs deutsche TV arbeitete ("Der Kriminalist", "Tatort"). "Aris Ankunft" wurde im Sommer 2017 gedreht, wobei das im nordhessischen Immenhausen gelegene Gut Waitzrodt wieder als Gut Kaltenbach diente.

Der Generationenwechsel ist geglückt. Und zwar vor - mit der neuen Hauptfigur Ari - und hinter der Kamera - mit der neuen Regisseurin von Eltz. Der vierte "Ostwind"-Film, der erstmals nicht der Chronologie der den Filmen zugrunde liegenden Romanen folgt, kehrt gewissermaßen zu seinen Ursprüngen zurück und richtet sein Augenmerk auf die emotionale Beziehung zwischen Ari und Ostwind, der schwer traumatisiert ist. Behutsam nähert sich das von Luna Paiano glaubhaft gespielte, zu Beginn äußerst kratzbürstige Mädchen dem Tier an – und gewinnt durch Einfühlungsvermögen und Feingefühl schließlich sein Vertrauen.

Das Gute ist nun, dass Ari – weder im Aussehen noch im Verhalten – in keiner Weise dem typischen Rollen-Klischee einer Pferdefilm-Hauptdarstellerin - blond, zarte Gesichtszüge, mädchenhaftes Auftreten - entspricht. Das zeigt sich gerade im letzten Drittel des insgesamt flott inszenierten Films, in dem es Ari in allerschönster Winnetou- und Atreju-Manier als mit Pfeil und Bogen bewaffnete, mutige Krieger(in) auf ihrem Pferd mit den Bösewichten aufnimmt. Spannung ist garantiert, zumal es mit dem zwar wenig überraschend verlaufenden, aber dennoch packenden Subplot um die durchtriebene Isabell einen brisanten Nebenschauplatz gibt.

Den Humor-Anteil vernachlässigt von Eltz dennoch nie. Dieser manifestiert sich diesmal allen voran in sympathischen und konsequent in die Handlung eingestreuten Running-Gags. Etwa wenn sich der leicht tollpatschig auftretende Sam häufiger negativ über einige Personen äußert – und diese dann dummerweise stets direkt hinter ihm stehen und die Lästereien unmittelbar zu hören bekommen. Oder wenn der den kauzigen Tierarzt spielende Detlev Buck immer wieder betonen muss, dass er doch für die Behandlung von Tieren und nicht von Menschen ausgebildet sei.

Fazit: Ohne Pferde-Kitsch- und -Romantik auskommender, bisher bester Teil der Reihe, der auf ausgewogene Weise Spannung sowie Humor zusammenbringt und mit einem spielfreudigen Cast punktet.




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